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Tag des offenen Denkmals am 12. September

Illusionen in der Architektur

Münster

Beim Denkmaltag am 12. September geht es um „Sein und Schein“ in der Architektur. Die Stadt Münster bietet viele Veranstaltungen an.

Verfallen von Anfang an: Der Eulenturm wurde 1887 für den einstigen Zoologischen Garten als Ruine mit mächtigem Mittelturm errichtet – ungewöhnliches Zeugnis des Scheins. Foto: Stadt Münster

Mit einem Vor-Ort-Programm rund um Wahrnehmung und Täuschung lädt die Stadt am 12. September (Sonntag) beim Tag des offenen Denkmals dazu ein, Stadtgeschichte aus neuer Perspektive kennenzulernen. Das Motto „Sein und Schein“ öffne den Blick auf Ungewöhnliches, auf Täuschendes, Umnutzungen – „und immer wieder auch auf das Original“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Illusion ist wichtiger Bestandteil der Architektur – im Barock im Zusammenspiel von Baukunst, Malerei und Plastik, im Klassizismus oder Historismus mit Rückblick auf längst vergangene Epochen. Und in nationalsozialistischer Zeit ging es um Selbstdarstellung, die die Bauten dieser Phase prägte. Die Moderne dagegen verschreibt sich dem Funktionalismus, der Ehrlichkeit in der Zurschaustellung der verwendeten Materialien.

Was ist alt, was wiederaufgebaut?

Beispiele zu Sein und Schein in Münster gibt es viele, und zahlreiche Expertinnen und Experten lenken beim Denkmaltag den Blick ihrer Gäste darauf. Stammt alles, was nach Barock aussieht, aus dieser Epoche oder von Johann Conrad Schlaun? Was ist alt? Was ist wiederaufgebaut? Was täuscht Barockes nur vor?

Überraschungen bergen Erbdrostenhof, Clemenskirche oder Überwasserschule – Originale, die vorgeben, etwas ganz Anderes zu sein. Und wer über das Gelände des Alten Zoos an der Himmelreichallee schlendert und Ruinenmauern neben dem Eulenturm findet, hat es ebenfalls mit einer Illusion zu tun – Zoogründer Hermann Landois hatte den Schein des Verfalls 1887 bereits einarbeiten lassen.

Büros in Silos, Heeresamt als Speicherstadt

Die augenscheinliche Wahrnehmung wird auch irregeführt, wenn aus einem ehemaligen Silo Büros werden oder aus einem Bauernhof ein Kulturort mit Seminarräumen. Ein wichtiges Thema in Münster ist auch die Konversion militärischer Bauten – ob die Wandlung der Reiterkaserne an der Steinfurter Straße zum Leonardo-Campus für Studierende, des Heeresverpflegungshauptamtes zur Speicherstadt oder der Lincoln-Kaserne zum Wohnquartier.

Bei allen Terminen vor Ort zum Denkmaltag gelten laut Presseamt die aktuellen Corona-Regelungen: Besucherinnen und Besucher werden gebeten, den notwendigen Abstand zu halten und – wo erforderlich – medizinische Masken zu tragen. Zusätzlich gibt es einige digitale Angebote.  

Die Broschüre zum Tag des offenen Denkmals unter dem Titel „Sein und Schein“ ist frisch erschienen und liegt unter anderem aus in der Münster Information im Stadthaus 1, in der Stadtbücherei am Alten Steinweg und in den Bezirksverwaltungen. Das komplette Programm des Denkmaltags findet sich online unter:

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