Alex-Talk zu Zwangserkrankungen

Immer wieder das Gleiche tun

Münster

Beim nächsten digitalen Alex-Talk sprechen der Alexianer-Experte und WN-Redakteur Stefan Werding in einem Live-Talk über die Entstehung, Symptomatik, aber auch die Möglichkeiten der Therapie von Zwangserkrankungen. Die Zuschauer sollen dabei eingebunden werden.

wn

Dr. Tillmann Ruland Foto: Erik Hinz

„Immer schön die Hände waschen“ – in der Pandemiezeit ist diese geläufige Aufforderung noch einmal um einiges wichtiger und für viele Menschen schon selbstverständlich geworden. Doch was, wenn es im Minutentakt passiert? Wenn man immer und unaufhaltsam das Gefühl hat, die Hände seien nicht richtig sauber oder gar frei von jedem Keim?

Oder wenn man ständig kontrolliert, ob die Tür abgeschlossen, der Herd wirklich aus ist oder der Stift auf dem Schreibtisch exakt am richtigen Platz liegt? Und wenn man am Ende den Kopf von solchen Gedankenkarussellen und Folgehandlungen gar nicht mehr frei bekommt? Oder beim Unterlassen der wiederkehrenden Handlungen sogar in Panik gerät?

Wenn der Alltag zum Hindernis wird

"In beiden Fällen sind verschiedene Ausprägungen der Stärke solcher Impulse und Handlungen möglich. Sie reichen von einer gering beeinträchtigenden Intensität bis hin zum vollkommenen Verlust der Fähigkeit, den Alltag zu managen oder sich selbst zu versorgen", erläutert Dr. Tillmann Ruland, Oberarzt der Alexianer-Fachklinik Maria Brunn für Psychiatrie und Psychotherapie.

Beim nächsten digitalen Alex-Talk am Dienstag (18. Mai) um 18 Uhr möchten der Alexianer-Experte und Stefan Werding, Redakteur dieser Zeitung, in einem Live-Talk diesmal über die Entstehung, Symptomatik, aber auch die Möglichkeiten der Therapie von Zwangserkrankungen sprechen. Zugleich erhalten Zuschauer wieder die Möglichkeit, ihre persönlichen Fragen „auf die Bühne“ zu schicken.

Pandemie erschwert die Situation

Angefangen von Zwangsgedanken, Zwangshandlungen oder auch den Merkmalen einer sogenannten zwanghaften Persönlichkeitsstruktur geht der Facharzt dabei auch anhand von Fallbeispielen auf die verschiedenen Formen und Ausprägungen der Erkrankung ein.

Auch die Auswirkungen der Pandemie für die Betroffenen nimmt der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ins Visier: „Für zwangserkrankte Menschen sind die aktuellen Belastungen des öffentlichen Lebens um ein vielfaches höher. Der Pandemie bedingte Stress führt bei vielen Betroffenen noch einmal zu einer Zunahme ihrer Symptome“, erläutert Ruland.

Es sei eine vertrackte Situation, wenn die gnadenlose Welt der Zwänge mit realen Gefahren zusammentreffe. Eine vergleichbare Situation habe es weltweit noch nie gegeben und die Betroffenen daher in einer besonderen Ausnahmesituation.

Häufig auftretende seelische Störung

Mit etwa drei Prozent Betroffenen in Deutschland, darunter auch mit aktuell ansteigender Tendenz von Jugendlichen, gehört die Zwangserkrankung zu einer häufig auftretenden seelischen Störung. „Umso bedauerlicher ist es, dass die Betroffenen im Durchschnitt erst nach sieben Jahren therapeutische Hilfe suchen“, so der Experte.

Wer mehr zum Thema erfahren möchte, ist zum moderierten Live-Vortrag am 18. Mai um 18 Uhr und begleitender Fragerunde eingeladen. Anmeldungen zum kostenlosen Vortrag sind nicht erforderlich. Den Zugang zum Vortrag und die Möglichkeit für eigene Fragen finden Interessierte (ab ca. 17.45 Uhr) unter:

Startseite