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Kunstaktion 

„Müller verzettelt Münster“ - und liefert Denkanstöße

Münster

Zettelwirtschaft für Münster: Künstler Rudolf Müller bringt vom 25. bis 31. Oktober überdimensionale Post-its mit Imperativen im Stadtgebiet an. Die Kunstaktion „Müller verzettelt Münster“ soll zum Nachdenken anregen – und zum Schmunzeln.

Von Pjer Biederstädt

Künstler Rudolf Müller plakatiert Imperative. Foto: Müller

In der kommenden Woche wird Münster zum begehbaren Zettelkasten. Vom 25. bis 31. Oktober hängt Künstler Rudolf Müller hunderte gelbe DIN-A3-Plakate an frequentierten Orten in der Innenstadt und den Außenbereichen auf. „Müller verzettelt Münster“ heißt die Kunstaktion, die mit einer Flut von Imperativen zum Nachdenken oder Schmunzeln anregen soll.

Mal sind die kurzen Texte auf den überdimensionalen Post-its rätselhaft, mal witzig, politisch oder ironisch. Oft funktionieren sie im Kontext mit dem Ort, wo sie aufgehängt werden. Kostprobe? „Beten Sie für schnelles Internet!“ heißt es auf einem Plakat. Im Hintergrund steht der Dom.

Müller

Die Aktion soll den Menschen in unsicheren Zeiten Orientierung geben und eine kleine Freude im Alltag bereiten, sagt der Diplom-Designer aus dem Kreuzviertel. „Klare Anweisungen und Vorgaben erfreuen sich bei den Menschen steigender Beliebtheit“, glaubt Müller.

Deshalb verwandelt er seine über Jahre gewachsene Sammlung an Imperativen aus Werbung, Kultur, Politik, Verwaltung, Traditionen oder von Müttern und Vätern nun zur Performance.

Der Künstler Rudolf Müller bringt kommende Woche hunderte gelbe DIN-A3-Plakate in Münster an. Darauf sind Botschaften im Imperativ geschrieben - mal politisch, mal zum Grübeln, mal ironisch. Die Aktion heißt „Müller verzettelt Münster“. Foto: Müller

„Schon meine Mutter hat gesagt, ich würde mich verzetteln. Und es stimmt. Ich verzettele aber auch ganz gerne meine Umgebung“, erzählt Müller, der seinen Nachnamen trotz minimalen Wiedererkennungswertes – oder gerade deshalb – zu seinem Künstlernamen gemacht hat. Der Mann hat Humor, das zeigt nicht nur seine aktuelle Kunstaktion: „Mit 2,02 Meter ist er einer der größten Zeichner von ganz Nordsüdostwestfalen“ – so stellt er sich beispielsweise auf seiner Homepage vor.

Förderung von der Stadt

Aufhängen will Müller die Plakate an Laternen, Pfosten, Häuserwänden und dort, wo es passt. „Natürlich mit ablösbarem Material, das sich rückstandsfrei entfernen lässt. Die Leute sollen sich ja nicht ärgern, sondern freuen“, sagt Müller.

„Müller verzettelt Münster“ wird vom Kulturamt der Stadt gefördert.

Künstler Rudolf Müller Foto: Müller
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