Ringen ums Hafencenter

In der Gretchenfrage bleibt grüne Fraktion vage

Münster

Fertig bauen, was beim umstrittenen Hafencenter in Münster schon steht. Darin sind sich grüne Basis und die eigene Ratsfraktion einig. Jetzt soll die Stadtverwaltung mit einem neuen Bebauungsplan vorlegen.

Dirk Anger

Fast fertige Gebäudeteile beim umstrittenen Einkaufszentrum am Hansaring sollen zu Ende gebaut werden. Darin sind sich grüne Basis und Ratsfraktion einig.Grünen-Fraktionschef Otto Reiners Foto: Matthias Ahlke

Die Ratsfraktion der Grünen spricht sich dafür aus, beim umstrittenen Hafencenter die schon gebauten Gebäudeteile wie Tiefgarage, Wohnungen und Arztpraxen „schnellstmöglich zu Ende zu bauen, um eine Investitionsruine zu vermeiden“. Das ist ein Ergebnis ihrer Beratungen am Montagabend. Die entstehenden 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche, geplant für Discounter, Apotheke und Drogeriemarkt, werden darin nicht explizit erwähnt.

In der Gretchenfrage, ob oder wie viel zusätzliche Verkaufsfläche für ein E-Center am Hansaring denkbar ist, hat die Fraktion indes keine neue Entscheidung gefällt, wie Fraktionschef Otto Reiners mitteilte. Das Thema war zuletzt Streitpunkt mit der eigenen Basis, die ein E-Center am Hafen anders als die Fraktion ob der veränderten Lage grundsätzlich ablehnt. „Die Fraktion nimmt den Mitgliederbeschluss zur Kenntnis“, heißt es nach deren jüngster Sitzung dazu.

Grüne sehen Lewe in der Pflicht

Die Grünen sehen Oberbürgermeister Markus Lewe und Planungsdezernent Robin Denstorff in der Pflicht, einen Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan für das Areal am Hansaring vorzulegen – „auch damit das rechtliche Verfahren gegen die alte Baugenehmigung beendet werden kann“, wie Fraktionschef Reiners erläutert. Bekanntlich hatte das Oberverwaltungsgericht den ursprünglichen Bebauungsplan im Februar gekippt, eine Klage gegen die Baugenehmigung ist in der Hauptsache noch nicht entschieden.

„Uns geht es sowohl um die Einzelhandelsfläche als auch um das Verkehrspro­blem“, betont Reiners erneut. Er möchte wissen, wie sich die Stadtverwaltung die Lösung des Verkehrspro­blems vorstelle. „Lewe und Denstorff sind gefordert, eine vernünftige Lösung auf den Tisch zu legen“, so Reiners. „In der Regel erkundigt man sich vorher, welche Möglichkeiten es gibt.“ Wenn die Verwaltung vorbereitet sei, könne im Dezember ein Aufstellungsbeschluss gefasst werden.

Weber warnt vor Bauruine

Der Bündnispartner CDU geht unterdessen offenbar davon aus, dass der jüngst zwischen den Fraktionsspitzen und der Firma Stroetmann besprochene Kompromiss, der unter anderem 2950 Quadratmeter Fläche für ein E-Center vorsieht, in einem neuen Bebauungsplanverfahren umgesetzt werde. „Alles andere bedeutet eine Bauruine für die halbe Ewigkeit“, warnt CDU-Fraktionschef Stefan Weber.

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