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Pakistan-Besuch

In einer fremden Welt

Münster

Fünf Frauen aus der evangelischen Matthäusgemeinde in Münster haben sich kürzlich auf den Weg nach Pakistan gemacht. Dort wollten sie zwei Wochen lang in die fremde Welt eines Landes eintauchen, das hierzulande meistens mit Bildern von schrecklichen Naturkatastrophen, Terror, Krieg und Gewalt in Verbindung gebracht wird – und mit der Unterdrückung von Frauen.

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Dorfbewohnerinnen und -Bewohner umringen ihre weit gereisten Besucherinnen während einer Führung durch ein nach der Flut 2010 wiedererrichtetes Dorf. Anne Solbach (im Vordergrund) begutachtet die von der Matthäusgemeinde mitfinanzierten Häuser. Foto: DAHW

Gemeinsam mit Maria Hisch, Pakistan-erfahrene Mitarbeiterin der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, besuchten Kirsten Bradt, Melanie Decher, Gisela Rasch, Anne Solbach und Hanna Sperling verschiedene Projekte des Würzburger Hilfswerks, das in Kooperation mit lokalen Organisationen hier seit 58 Jahren Lepra, Tuberkulose und andere Krankheiten der Armut bekämpft.

Die vielfältigen Eindrücke und Erlebnisse der Reise wollen noch verarbeitet werden, doch ein Fazit der Reisenden lautet: „Mit wenig Aufwand wird sehr nachhaltige medizinische Arbeit geleistet“. Ziel war zunächst das Marie Adelaide Leprosy Centre (MALC) in Karatschi. Das zu Beginn in einem Slum gelegene Krankenhaus wurde von der 2017 verstorbenen „Mutter der Leprakranken“ Dr. Ruth Pfau gegründet. Die über ihren Tod hinaus anhaltende Verehrung und große Wertschätzung der bekannten Ärztin und Nonne aus Leipzig ist hier allgegenwärtig, berichteten die Frauen aus der Matthäusgemeinde in ihrem Reisebericht.

Dann der Einstieg in den Alltag eines Krankenhauses, erste Begegnungen mit Lepra- und Tuberkulose-Patient*innen, und erste vorsichtige Schritte in den den Straßen einer 16-Millionen-Stadt. Die Gerüche, die Müllberge, der ohrenbetäubende Lärm des chaotischen Verkehrs, die Hitze und die vielen Menschen. Besuche der MALC-Außenstationen in Tando/Sinth und Mangophir halfen, weiteren Zugang zu Land und Leuten zu finden. und das von Dr. Pfau aufgebaute Gesundheitsprogramm kennenzulernen. Nach vier Tagen ging es weiter , wo in der Region Punjab das Leprazentrum Rawalpindi gelegen ist. Es wird von den Christusträgerschwestern aus Deutschland geführt und seit zehn Jahren von der Matthäusgemeinde in Münster unterstützt. Zehn Tage waren eingeplant, um möglichst viel von dem Partnerschaftsprojekt zu sehen und um hautnah zu erleben, was den Alltag der drei gastgebenden Schwestern Dr. Chris, Schwester Annette, Schwester Sonja, ihren Teams und von den Patientinnen und ihren Angehörigen ausmacht. Ihr Herz sei voll mit wunderschönen Eindrücken und der Freundlichkeit der Dorfbewohner, drückt Gisela Rasch ihre Gefühle aus, nachdem sie zusammen mit ihren Begleiterinnen heil nach Münster zurückgekehrt ist.

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