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TV-Kochshow „Das perfekte Dinner“

In Münster trifft westfälische auf schottische Küche

Münster

Die Vox-TV-Kochshow „Das perfekte Dinner“ gastiert wieder in Münster. In der Halbzeit kocht der 56-jährige Rainer und lädt seine Gäste zu einem schottisch-westfälischen Abend ein. Hinter einem der von ihm kreierten Gerichte verbirgt sich eine bewegende Geschichte. 

Von Christina Lefarth

Kandidat Rainer kombiniert westfälische und schottische Küche. Foto: RTL/itv studios

Nachdem Kandidat Alexander einen Abend zuvor mit seinem sensationellen Menü die Messlatte richtig hoch gelegt hat, stellt sich nun der 56-jährige Rainer der Herausforderung. Unter dem Motto „Westfalen trifft Schottland“ lädt er seine Mitstreiter in sein gemütliches Haus ein.

„Ist auf jeden Fall ein spannendes Motto - nachdem wir am Montag in Frankreich waren, geht's jetzt nach Schottland“ meint Kandidat Alexander. Auf die Frage des Kamerateams, warum er sich für eine Kombination der beiden Küchen entschieden habe, erklärt Rainer, dass die schottische Küche der westfälischen recht ähnlich sei und er daher glaube, dass sich die Parallelen gut verbinden lassen.

„Westfalen trifft Schottland“

Der 56-Jährige weiß viel über das Land mit den malerischen Highlands, denn er reist seit 20 Jahren regelmäßig dorthin und geht ausgestattet mit Rucksack und Zelt auf Erkundungstour. Alle Kandidaten sind sich einig, dass das gewählte Motto gut zu dem humorvollen Gastgeber passt - aufgrund seiner sympathischen Art würden sie ihm auch eine hohe Punktzahl für sein Menü gönnen.

Sein Menü - das besteht zum einen aus der Vorspeise „Tartar aus schottischem Räucherlachs mit Orangenfilets auf Pumpernickelerde“. Darauf folgt als Hauptspeise ein „Whiskybraten von der alten Sheila mit Kartoffel-Pastinaken-Stampf an roten Möhren und Kräuterseitlingen“. Der Schottlandfan erklärt, warum Fleisch wie das vom Highlandrind Sheila eine Spezialität ist: „Es gibt mittlerweile Züchter, die spezialisieren sich darauf, besonders gutes Fleisch anzubieten, indem sie nicht nur Biofleisch machen, sondern, indem die Tiere auch sehr lange gehalten werden“. Einer davon sei sein Freund Mario aus Thüringen, von dem er auch das Fleisch für den Abend bekommen hatte.  Abgerundet wird das Menü schließlich durch einen „Original Sticky Toffee Pudding mit Karamell-Toffee-Soße“ sowie einen „Himbeer-Cranachan in Memorial Daniel“. 

Whisky kommt in der Küche zum Einsatz

Gewappnet mit Ablaufplan und Rezepten begibt sich der 56-jährige Gastgeber schon morgens in die Küche und lässt das Kamerateam an seinem Kochprozess teilhaben. Gereizt, sich für eine Teilnahme am „perfekten Dinner“ zu entscheiden, habe ihn, dass er darin eine Möglichkeit sehe, seine Grenzen, was Organisation und Ruhe betrifft, auszutesten. Die Aussage „Puls herunterfahren“ hat der humorvolle Schottlandfan daher ebenfalls auf seinem Plan vermerkt.

Weil der „Whiskybraten von der alten Sheila“ im Gegensatz zum normalen Roastbeef ganze zehn Stunden garen muss, beginnt der Hobbykoch mit der Zubereitung von diesem. Typisch schottisch kommt sowohl bei der Restmarinade als auch bei dem sogenannten Chranacan, dem Sahne-Frucht-Schichtdessert, Whisky und Honig zum Einsatz. Doch nicht nur dabei gelingt es Rainer, einen roten Faden zwischen den Gerichten herzustellen, sondern auch die westfälischen Elemente zieht er von Anfang bis Ende durch sein Menü: Pumpernickel in der Vorspeise, Kartoffeln und Möhren in der Hauptspeise und Haferflocken in der Nachspeise. Beim Kochen ist Rainer gut im Timing - während der Braten draußen auf dem Gasgrill verweilt, hat er Gelegenheit, sich um die anderen Bestandteile des Menüs zu kümmern. Selbst die Sahneschlagaktion, vor der er sich ein bisschen gefürchtet hatte - wie er dem Kamerateam gesteht - gelingt an diesem Tag.

Der perfekte Gastgeber

Am Abend treffen die Gäste dann voller Vorfreude bei Gastgeber Rainer ein. „Die Stimmung wird jeden Abend vertrauer“, meint Christiane. Obwohl auch Rainer die Gruppe der Teilnehmenden harmonisch findet, steigt bei ihm verständlicherweise die Aufregung. Das Quintett stimmt sich nach dem Ankommen in Rainers Haus zunächst mit einem Champagner, den Rainer mit Orangensaft und Whisky verfeinert hat, auf den Abend ein. Während sich der Gastgeber in die Küche begibt, dürfen seine Gäste in Bildbänden blättern, in denen sich Fotos befinden, die der Schottlandfan bei Wanderungen in den Highlands selbst geschossen hat.

Die Vorspeise, für die Rainer noch kurz zuvor den schottischen Lachs zu groben Stücken geschnitten hat, kommt bei den anderen Kandidatinnen und Kandidaten gut an - auch wenn es ein paar Verbesserungsvorschläge gibt. Zufrieden ist der 56-jährige Gastgeber doch vor allem, weil sein Braten ihm geglückt ist, denn, als er nach sieben Stunden einmal einen Blick auf diesen geworfen hat, hat ihn das nicht so optimistisch gestimmt. Trotz der von den Gästen ein wenig bemängelten Trockenheit des Fleisches, kann Rainer hier mit dem „einzigartigen Geschmack“ (Alexander), der leckeren Soße und den Möhren mit „gutem Biss“ (Daniel) punkten.

Nach den mächtigen Speisen folgt schließlich der süße Abschluss: Rainer serviert zu „Sticky Toffee Pudding“ und „Himbeer-Cranachan in Memorial Daniel“ ein Scottish Ale, das aus Münster stammt. Dieser Teil des Abends ist besonders bewegend, denn Rainer erklärt seinen Gästen, was es mit „Memorial Daniel“ auf sich hat. Der Name sei seinem verstorbenen Wanderkollegen Daniel gewidmet, der auf den gemeinsamen Touren Schottland stets mit Erdnussriegeln ausgestattet war. Da den Himbeer-Chranachan ein Erdnusssplit ziert, hatte Rainer sich dazu entschlossen, den Namen des Gerichts in Andenken an seinen Freund um „Memorial Daniel“ zu ergänzen. Die Teilnehmenden sind im Anschluss an diese Erklärung begeistert von Rainers Mut und Offenheit. Noch dazu hat ihnen das Dessert gemundet.

Rainer gesteht am Ende des Abends, dass er sein Dinner nicht für perfekt halte, aber für schön. Dass die Gäste einen schönen Abend hatten, bestätigen sie ihrem Gastgeber durch die gegebene Punktzahl von 31 Punkten auf jeden Fall. Insbesondere die Gastgeberqualitäten des Schottlandfans kamen gut an, wie die Gäste vor der Kamera berichten - bei einer Hausbesichtigung durften sie sogar Rainers Pfeifen-, Zigarren- und Plattensammlung bestaunen. „Rainer ist der beste Gastgeber, den man sich vorstellen kann, er ist total kommunikativ und war viel bei uns“ resümiert der vorherige Gastgeber Alexander.

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