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Protestaktion gegen Tierversuche

In Münsters City demonstrieren rund 1500 Menschen gegen Covance

Münster

Das Tierversuchslabor Covance in Münster will seinen Betrieb erweitern. Der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ hat dagegen am heutigen Samstag zu einer Protestdemonstration in Münster aufgerufen.

Karin Völker

Foto: Karin Völker

UPDATE (13:55 Uhr): Die Polizei hat die Zahl der Demonstrationsteilnehmer mittlerweile auf etwa 1500 beziffert. Die Protestler sorgten mit ihrem Zug durch die münsterische Innenstadt für erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen.

UPDATE (12:45 Uhr): Nach der Auftaktkundgebung auf der Stubengasse ist ein größerer Demonstrationszug durch die Innenstadt gestartet. Die Polizei sprach von rund 1000 Teilnehmern. Zahlreiche Menschen führen Schilder und Plakate mit sich. Für etwa 13.30 Uhr ist eine Blockade des Ludgeriplatzes geplant.

Ursprungsmeldung: In den vergangenen Tagen hatten 60.000 Menschen eine Online-Petition des Vereins „Ärzte gegen Tierversuche“ im Netz unterschrieben, mit der gegen die Tierversuche bei Covance protestiert wird. Die Demo begann am Samstag um 12 Uhr mit einer Kundgebung auf der Stubengasse, zu deren Auftakt bereits mehrere Hundert Teilnehmer zusammenkamen.

Bei Covance, dem laut Verein größten „Affenverbraucher“ Deutschlands, werden jedes Jahr bis zu 2000 Affen in Giftigkeitstests getötet. Das US-amerikanische Unternehmen ist eines der weltweit größten Auftragsforschungsinstitute mit Niederlassungen in 20 Ländern. In Münster betreibt der Konzern eines der größten Tierversuchslabore für Affen in Europa. Recherchen des bundesweiten Vereins „Ärzte gegen Tierversuche“ zufolge werden zwei Drittel aller Affenversuche Deutschlands in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Verantwortlich dafür sei vor allem das Tierversuchslabor Covance in Münster.

„Es gibt keine harmlosen Giftigkeitstests, sie sind immer mit Qual und Tod für die Tiere verbunden“, so Tierärztin Corina Gericke von „Ärzte gegen Tierversuche“. „Die Zeichen stehen auf Paradigmenwechsel – weg von einer antiquierten Tierversuchsforschung, hin zu moderner humanbasierter Forschung des 21. Jahrhunderts“, erklärt Gericke. So schließt in Großbritannien spätestens 2022 das berühmte Sanger-Institut sein Tierversuchslabor. Der Grund für die Entscheidung: die rasante globale Etablierung humanbasierter Forschungsmodelle wie dreidimensionale Zellkultursysteme und Organoide. „Ein Ausbau des umstrittenen Covance-Labors ist der völlig falsche Weg und darf von den Behörden nicht genehmigt werden“, fordert die Expertin.

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