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Großprojekt von Stadt und Uni

Initiative gegen den Musik-Campus

Münster

2016 einigten sich die Stadt Münster und die Uni Münster auf die gemeinsame Planung und Realisierung eines Musik-Campus. Immer wieder gab es auch Kritik an den Plänen – jetzt meldet sich eine Initiative mit einem Appell zu Wort.

Die Initiative (v.l.): Klaus Anderbrügge, Hery Klas, Gisela Dücker, Joachim Harder, Anna Hünker, Raimund Köhn, Beate Vilhjalmsson und Corinna Schoneberg Foto: pd

Die drei musikalischen Institutionen Sinfonieorchester, Musikhochschule und Westfälische Schule für Musik sollen in dem neu zu errichtenden Musik-Campus in einem autarken Kosmos zusammenarbeiten. Eine Initiative um Ex-Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson hat das Konzept in seinem Für und Wider geprüft und kommt nach eigenen Angaben zu dem Schluss: Es gibt zu viele Ungereimtheiten, Risiken und geschönte Argumente.

In einer Mitteilung schreibt die Initiative, dass die Finanzierung des 250-Millionen-Objekts mehr als fraglich sei. Die Kämmerin der Stadt habe in der Ratssitzung vom 23. Juni deutlich gemacht, dass bei der aktuellen Finanzlage der Stadt nur wenige der geplanten Bauvorhaben der nächsten Jahre realisierbar seien. Die Initiative appelliert an den Rat, ein zukunftsfähiges und finanzierbares Konzept zu entwickeln.

Die Initiative sieht die dringenden Raumbedarfe des Sinfonieorchesters und der Musikschule. Umso erstaunter ist sie über die eindimensionale Festlegung der verantwortlichen Politiker in einer „Alles-oder-Nichts Strategie“ auf den Standort Hittorfstraße, heißt es.

Pro Konzertsaal in der Stadt

Vor dem Hintergrund der Finanzlage wäre eine Staffelung der Bedarfe wesentlich effizienter: zuerst ein Zusatzgebäude für die Musikschule an der Himmelreichallee, dann ein innerstädtischer Proben- und Konzertsaal für das Orchester. Eine Konzertsaallösung in der Innenstadt böte gleichzeitig auch Platz für einen zeitgemäßen „öffentlichen Raum der Begegnung“. Sogar ein gleichzeitiger Baubeginn wäre möglich, da für den Konzertsaal in der Innenstadt ein Investor bereitstehe.

Hauptanliegen der Initiative ist ein bürgerorientierter Prozess. 2008 sei das Projekt Musikhalle auf dem Schlossplatz an der fehlenden Beteiligung der Menschen gescheitert. Nicht nur deshalb ist die Initiative der Meinung, dass Entwicklungen in der Stadtplanung infolge der Pandemie neu beraten und bewertet werden müssen.

Den Appell der Initiative steht im Netz unter www.excha.de/campus/Appell.pdf

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