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Hochschule Münster

Islam-Lehrstuhl: Brisante Berufung für Kalisch-Nachfolge

Münster - Die Professur für islamische Religionspädagogik an der Universität Münster soll mit dem aus dem Libanon stammenden und in Österreich forschenden Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide besetzt werden. Dies berichtet die Online-Ausgabe der „Welt“. Khorchide soll nach dem Willen der Universität islamische Religionslehrer an staatlichen Schulen ausbilden. Die Berufung...

Karin Völker

Münster - Die Professur für islamische Religionspädagogik an der Universität Münster soll mit dem aus dem Libanon stammenden und in Österreich forschenden Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide besetzt werden. Dies berichtet die Online-Ausgabe der „Welt“. Khorchide soll nach dem Willen der Universität islamische Religionslehrer an staatlichen Schulen ausbilden.

Die Berufung ist aber abhängig vom Votum muslimischer Verbände. Brisant sind das Verfahren und die Personalie wegen der Vorgeschichte: Der zunächst auf die Stelle berufene Professor Muhammad Kalisch stieß mit seiner Islam-Interpretation bei den Muslim-Verbänden auf Widerspruch. Es folgte ein Boykottaufruf gegen den Studiengang, Kalisch selbst erreichten Morddrohungen. Er arbeitet weiter am münsterischen Centrum für religiöse Studien, ist aber nicht mehr in die Ausbildung der Religionslehrer einbezogen.

Diese Aufgabe soll nun der 38 Jahre alte Mouhanad Khorchide übernehmen. „Ein Mann für den heißen (Lehr-) Stuhl“, titelt die „Welt“. Er selbst dementierte in einem Interview mit der aktuellen Ausgabe des Onlineportals „Islam.de“ die Nachricht nicht, bestätigte aber auch nicht, dass er Kandidat sei.

In Österreich, wo Khorchide seit 1989 lebt und forscht, hat er mit seiner Doktorarbeit zum Thema „Islamischer Religionsunterricht“ für Schlagzeilen gesorgt. Aus seiner Studie ging unter anderem hervor, dass rund ein Drittel der muslimischen Religionslehrer in Österreich rechtsstaatliche Prinzipien ablehne.

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