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Minijobber

Jahreswechsel bringt höheren Mindestlohn und neue Arbeitszeiten

Münster

Vor allem in der Gastronomie arbeiten - auch in Münster -  viele Minijobber. 25.000 Münsteranerinnen und Münsteraner haben einen Minijob. Für sie bringt das neue Jahr nicht nur einen höheren Mindestlohn, sondern auch neue Arbeitszeiten.

Typischer Minijob: In Konditoreien und Cafés gibt es häufig nur den Mindestlohn. Foto: NGG/Alireza Khalili

Mehr verdienen und gleichzeitig weniger arbeiten: In Münster haben knapp 25.000 Menschen einen Minijob. Davon arbeiten allein 2860 in der Gastronomie – die meisten verdienen dabei lediglich den gesetzlichen Mindestlohn. Ab diesem Jahr müssen sie für ihren 450-Euro-Job allerdings weniger arbeiten: höchstens 10,5 Stunden pro Woche – eine Viertelstunde weniger als bislang. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hingewiesen.

Als Grund nennt die NGG die Höhe des gesetzlichen Mindestlohns. Der ist zum Jahreswechsel auf 9,82 Euro pro Stunde gestiegen. Das wiederum bedeutet bei einem fixen „Mini-Monatslohn“ von 450 Euro dann automatisch auch weniger Arbeitszeit. „Die 9,82 Euro sind allerdings auch das absolute Lohn-Limit nach unten. Weniger darf kein Chef bezahlen – egal, in welcher Branche und für welchen Job“, sagt NGG-Geschäftsführer Helge Adolphs in einer Pressemitteilung.

Bald weitere Änderungen

Er rechnet schon bald mit weiteren Änderungen für Minijobber: „Die Ampel-Koalition in Berlin will den gesetzlichen Mindestlohn auf 12 Euro heraufsetzen. Das sollte lieber früher als später passieren. Denn davon würden viele Beschäftigte in Münster profitieren – und längst nicht nur Minijobber.“ Darüber hinaus soll die Verdienstgrenze nach Plänen der Bundesregierung ebenfalls steigen – auf 520 Euro pro Monat. „Wer dann als Minijobber den Mindestlohn bekommt, muss nur noch zehn Stunden pro Woche arbeiten“, sagt er.

Dennoch sieht die Gewerkschaft die 520-Euro-Jobs kritisch: Geringfügig Beschäftigte würden dann zwar 70 Euro im Monat mehr verdienen als heute. „Die Gefahr ist aber, dass Minijobs damit immer mehr reguläre Arbeitsplätze verdrängen. Und sie drohen auch zur Teilzeit-Falle zu werden: Beschäftigte geben sich notgedrungen schneller mit 520 Euro pro Monat zufrieden, obwohl sie eigentlich gern ein paar Stunden länger arbeiten und ein paar Euro mehr verdienen würden“, warnt Helge Adolphs.

Kein Mindestlohn für Auszubildende

Der gesetzliche Mindestlohn gilt nicht für Auszubildende. Trotzdem gibt es, so NGG, eine Art „Mindest-Ausbildungsvergütung“. Auch die steige ab Januar. Dann müsse jeder Azubi mindestens 585 Euro im ersten Ausbildungsjahr verdienen, 690 Euro im zweiten und 790 Euro im dritten Jahr.

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