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WN-Spendenaktion: Ruanda

Jede Begegnung ist wertvoll

Ostbevern

Wie kann man Waisenkindern in Ruanda helfen? Klar, mit Geld. Aber das war Janine Frönd zu wenig: Sie wollte ganz praktisch vor Ort helfen. Was sie mit dem Verein „1000 Hügel“ auch tut. Dabei war ihre erste Reise in das Land purer Zufall.

Ruanda wird auch das Land der 1000 Hügel genannt und hat den Verein aus Ostbevern bei der Namensfindung inspiriert. Foto: Janine Frönd

Dass es den Verein „1000 Hügel“ gibt, sei eigentlich einem Zufall zu verdanken, sagt die erste Vorsitzende Janine Frönd. Denn von ihrer ersten Reise in das afrikanische Ruanda hat sie selbst als letzte erfahren. Der Ostbeverner Verein „Ndaba“ plante vor gut sieben Jahren eine Reise nach Ruanda. „Und mein Mann hat mich einfach angemeldet“, sagt Frönd lächelnd und fügt mit einem Augenzwinkern an: „Ich weiß nicht, ob er das heute noch einmal machen würde.“

Auch wenn sie überrascht war, so habe sie die Reise dennoch „sehr gerne“ angetreten. Denn „ich war vorher schon in anderen afrikanischen Ländern, und mein Mann wusste, dass mich das einfach wahnsinnig interessiert.“

Grüne Landschaft, herzliche Menschen

Im April 2015 war es dann soweit. „Ich habe es mir einfach nicht so grün und hügelig vorgestellt“, ist die Ostbevernerin noch heute beeindruckt von dem Land. Doch das war am Ende nicht das Ausschlaggebende, um sich vor Ort zu engagieren. „Wie grandios herzlich die Menschen dort sind. Das hat einfach das Herz geöffnet“, sagt sie und ihre Augen leuchten bei jedem Wort.

Damals sei man viel mit Priestern unterwegs gewesen. Einer von ihnen „ein relativ junger Mann, der gerade eine Gemeinde übernommen hatte“, erzählt sie und fährt mir ernster Mine fort: „In dieser Gemeinde gab es wahnsinnig viele Waisen.“ Von rund 900 Kindern seien 600 Waisen oder Halbwaisen gewesen.

Janine Frönd

„Wir kamen ins Gespräch und ich habe ihn gefragt, wie er klar kommt“, sagt Frönd. Erst dann sei ihr die wirkliche Dimension bewusst geworden. Ebenso schnell sei klar gewesen, dass fehlende finanzielle Mittel ein großes Problem seien. „Ich habe ihn gefragt: ‚Was brauchst du?‘“, weiß Janine Frönd noch heute. Dabei war ihr selbst „einfach nur Geld“ nicht nachhaltig genug.

Die Idee? Ziegen für die Waisen, damit sie ihren eigenen Lebensunterhalt bestreiten können. Doch damit war es nicht getan. „Es sollten nicht einfach nur Ziegen gekauft werden“, sagt die Ostbevernerin. „Wir haben auch Schulungen initiiert, die unter anderen Tiergesundheit, aber auch Dinge wie ‚sparen‘ oder Selbstbewusstseinstraining beinhalteten“, erinnert sich die erste Vorsitzende.

WN-Spendenaktion: Vier Projekte, ein Konto

Doch das alles war kein einfaches Unterfangen. Denn Unterstützung von anderen Vereinen oder der Kirchengemeinde in Ostbevern gab es für das Ziegenprojekt so erst einmal nicht. Auch andere Kooperationen seien schlussendlich nicht so fruchtbar gewesen, wie sie sich das vorgestellt habe.

„Ich höre deswegen aber nicht auf“, habe sie damals entschieden und sagt dieses auch heute noch mit Nachdruck. So hat sie erst einmal privat weitergemacht. Doch ohne einen Verein ging es am Ende nicht – da man beispielsweise als Privatmann keine Stiftungsgelder beantragen könne – und so wurde 2019 der Verein „1000 Hügel“ geboren.

Für die wichtigen Begegnungen mit betroffenen Menschen ist der ersten Vorsitzenden und Fotografin kein Weg zu weit. Foto: A. Rugema

„Es war die konsequente Folge“, sagt Frönd. Das Ziel der Ehrenamtlichen: Neben dem Austausch und der Pflege von Freundschaften und Projektpartnerschaften auch die persönlichen Eindrücke von den Lebenssituationen der Menschen, die durch die Projekte unterstützt werden, kennen zu lernen.

„Wir möchten verstehen und erleben, wie ihre Situation ist und welchen Herausforderungen sie sich stellen müssen. Wir hören zu, stellen Fragen und sind an Hintergründen interessiert“, sagt Frönd. Die Begegnungen seien stets sehr intensiv.

Manche Umstände und Begegnungen kosteten Kraft und berührten stark. Aber „jede dieser Begegnungen und Gespräche ist für uns wertvoll und macht uns erfahrener.“

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