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Jüdischer Feiertag

Juden feiern Lichterfest Chanukka

Münster

Jedes Jahr im Dezember, wenn die Städte in das milde Licht der Adventsbeleuchtung getaucht sind, feiern die jüdischen Bürgern acht Tage lang Chanukka. Die Jüdische Gemeinde und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster laden auch in diesem Jahr alle interessierten Bürger ein, mitzufeiern.

wn

  Foto: Oliver Werner

Während Christen rund um den Erdball in der kommenden Woche Weihnachten feiern, steht bei den Juden das Lichterfest Chanukka an.

Acht Tage laden deshalb die Jüdische Gemeinde und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster wieder alle interessierten Bürger ein, mitzufeiern, wenn auf dem Maria-Euthymia–Platz vom 22. bis zum 29. Dezember jeweils ein weiteres Licht auf dem großen Chanukka-Leuchter entzündet wird.

Das erste Licht wird am Sonntag um 16 Uhr Oberbürgermeister Markus Lewe entzünden. Auch in den folgenden Tagen bleibt es bei dieser Uhrzeit. Nur am 28. Dezember wird wegen des Schabbats um 17.30 Uhr das nächste Licht entzündet, wie die Organisatoren mitteilen.

Chanukka, das Lichterfest der Juden

Günter Pelikan, lange Jahre Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde, hat in einer Radiosendung die Bedeutung des Festes wie folgt beschrieben:„Chanukka erinnert uns an den alten Tempel, den die Juden nach der Heimkehr aus der babylonischen Gefangenschaft gebaut hatten. Das ist mehr als zweieinhalb Jahrtausende her. Eines Tages wurde uns unser Tempel von den Heiden mit Gewalt weggenommen. Sie verehrten einen Götzen in unserem Gotteshaus. Dagegen erhob sich eine große Schar tapferer Juden, die nach vielen Kämpfen die Stadt Jerusalem von den Heiden zurückeroberten, den Tempel reinigten und ihn neu einweihten für Gott. Als sie das ewige Licht anzünden wollten, merkten sie, dass nur ein Krug Öl übriggeblieben war. Das reichte zum Brennen für die Lampe nur einen Tag. Nach unserer Überlieferung war dieser Krug mit dem Siegel des Hohenpriesters versehen. Und wie durch ein Wunder brannte das Licht acht Tage lang. Seit damals feiern wir Juden alle Jahre wieder acht Tage lang das Lichterfest.“ In der Zeit der Diaspora wurde Chanukka zu einem häuslichen Fest, verbunden mit der Verpflichtung, die Leuchter am Fenster zu platzieren, um die Passanten an das geschehene Wunder zu erinnern. Symbol dieses Lichterfestes ist die Chanukkia, der Leuchter, an dem an acht aufeinanderfolgenden Tagen jeweils ein Licht mehr angezündet wird. In den letzten Jahren sind in vielen Städten Deutschlands Chanukkiot für die Zeit des Chanukkafestes, also für acht Tage, aufgestellt und unter breiter Beteiligung der Bevölkerung entzündet worden. In Münster wurde das Lichterfest im Jahr 2009 zum ersten Mal öffentlich gefeiert.“

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