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Alle Gottesdienste und Aktivitäten eingestellt

Jüdische Gemeinde im Lockdown

Münster

Die Jüdische Gemeinde hat sämtliche Aktivitäten bis auf Weiteres abgesagt – aus Verantwortung, aber auch aus Pflichtbewusstsein, wie Gemeindevorsteher Sharon Fehr betont.

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Sharon Fehr ist Vorsteher der Jüdischen Gemeinde in Münster Foto: Matthias Ahlke

Die Leitung der Jüdischen Gemeinde hat sich dazu entschieden, alle weiteren Gottesdienste und sämtliche Gemeinde-Aktivitäten bis zum Ende des Lockdowns einzustellen. Darunter fällt auch das jährliche öffentliche Entzünden der großen Chanukka auf dem Maria-Euthymia-Platz, das jetzt nur im kleinen Kreis stattfand. Auch die traditionelle Gemeinde-Chanukka-Feier im Shalom-Saal mit Kindern, Eltern und Großeltern der Jüdischen Gemeindemitglieder musste abgesagt werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Das sind schmerzliche Entscheidungen, doch wir haben bei den gegenwärtig stetig steigenden Pandemiezahlen keine Alternative“, so Gemeindevorsteher Sharon Fehr. „Nichts hätte dem Gedanken von Chanukka als Fest der Freiheit des Judentums mehr widersprochen als diese Freiheit zu feiern und dabei grundlegende Werte wie den Schutz der Gesundheit und des Lebens zu missachten.“

Alle hätten nicht nur die Verantwortung, sondern die Pflicht, sich selbst und die Mitmenschen zu schützen, unterstreicht Fehr. „Verantwortung erachten wir vor allem gegenüber unseren Mitmenschen und damit gegenüber allen, die durch Corona ihren Betrieb und ihren Arbeitsplatz, ihre Existenz verloren haben.“

Insofern sei es zwingend erforderlich, mit der Schließung des Jüdischen Gemeindezentrums einen verantwortungsvollen Beitrag dazu zu leisten, die Verbreitung des Virus auszubremsen.

„Auch wenn wir unser Jüdisches Gemeindezentrum erneut schließen mussten, so erachten wir dies weniger als Einschränkung in der freien Religionsausübung, sondern vielmehr als ein Zeichen der Vernunft und der Solidarität mit allen Religionsgemeinschaften, mit allen Kunst- und Kulturschaffenden, allen Betrieben und Geschäften, allen Schwestern, Pflegern, Ärzten und Hilfsdiensten sowie allen Menschen, die unter dem zweiten Lockdown am Rande ihrer Existenz stehen“, so Fehr.

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