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Sieger des IHK-Regionalwettbewerbs

„Jugend forscht“: Ein Quiz fürs Klassenzimmer

Münster

Sicher durch den Straßenverkehr oder direkt aus dem Klassenzimmer: Beim IHK-Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ haben Schüler wieder Ideenreichtum bewiesen.

Anna Spliethoff

Ein Quiz fürs Klassenzimmer haben Felix Ulonska (l.) und Leonard Sondermann (Annette-Gymnasium) entwickelt. Damit haben sie den zweiten Platz in der Kategorie Arbeitswelt belegt. Foto: Anna Spliethoff

Sie stehen an jeder Ecke. Jede Nacht leuchten sie ohne Pause. „Straßenlaternen verbrauchen viel zu viel Energie“, sagt Georg Trede. Das Problem wollten er und sein Mitschüler Erik Holzhäuser lösen. Ein Jahr haben die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums an der Idee gearbeitet, die sie „intelligente Straßenlaternen“ nennen.

Die Laternen seien mit Licht- und Bewegungssensoren ausgestattet. „Wenn ein Auto oder ein Fußgänger kommt, leuchten die Laternen heller“, sagt Holzhäuser. Ganz dunkel soll es nachts aber nicht bleiben: Um ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, leuchten die Laternen weiter die ganze Nacht. „Aber nur noch mit 25 Prozent der Helligkeit“, so Trede. Die Idee gefiel der Jury – und wurde mit dem ersten Platz im Bereich Technik ausgezeichnet.

Erik Holzhäuser (l.) und Georg Trede haben „intelligente Straßenlaternen“ entwickelt und dafür den ersten Platz im Bereich Technik belegt. Foto: Oliver Werner

Straßenverkehr, autonomes Fahren und E-Mobilität waren prägende Themen beim IHK-Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ am Freitag. Auch der Umweltschutz war ein wichtiges Thema. So auch bei Christoph Dumstorf und Lars Zeggelaar. „Wir wollten Mikroplastik in den Rieselfeldern nachweisen“, sagt Dumstorf. Die Schüler des Annette-Gymnasiums haben viele Proben genommen – und schädliches Mikroplastik gefunden. Die Arbeit wurde mit dem zweiten Platz in Chemie ausgezeichnet.

Mit einem ganz anderen Problem haben sich Rieke Salomon und Maryse Schmidt beschäftigt. „Viele Flüchtlinge verwechseln den giftigen Knollenblätterpilz mit essbaren Pilzen“, sagt Salomon. Die Schülerinnen des Annette-Gymnasiums haben die Pilze untersucht und Ideen für die Behandlung bei einer Vergiftung gesammelt. Sie belegten den zweiten Platz in Biologie.

Felix Röwekämper ist kein Schüler mehr, auch seine Ausbildung hat der 20-Jährige abgeschlossen. Mitmachen wollte er trotzdem: „Mein Gebiet ist die Arbeitssicherheit.“ Der Ibbenbürener ist mit zwei Projekten an den Start gegangen, beide wurden mit dem ersten Platz im Bereich Arbeitswelt ausgezeichnet. Für Maschinen mit rotierenden Teilen hat er einen Not-Halt entwickelt, falls Kleidungsstücke oder Körperteile von Mitarbeitern hineingeraten. Außerdem hat er einen Mechanismus entwickelt, der einen Bohrer auf einem Werkstück fixiert. Für Röwekämper ist „Jugend forscht“ ein Ort, um Kontakte zu knüpfen: „Ich arbeite im Steinkohlebergwerk. Schon bald muss ich mir einen neuen Job suchen.“

Mitten aus dem Schulalltag ist die Idee von Felix Ulonska und Leonard Sondermann vom Annette-Gymnasium. Sie haben ein Quiz entwickelt. „Damit kann ein Lehrer den Wissensstand der Schüler ermitteln“, sagt Ulonska. Statt eines schriftlichen Tests werde ein Quiz gemacht – mit einem Beamer und Controllern. „Für die Schüler macht es mehr Spaß, und der Lehrer kann es schneller auswerten“, so Sondermann. Die Schüler gewannen den zweiten Preis in der Kategorie „Arbeitswelt“.

Der 32. Regionalwettbewerb war für Berthold Sommer der erste als Wettbewerbsleiter. Der Berufsschullehrer aus Rheine ist sich sicher, dass „Jugend forscht“ auch Karrieren fördern kann: „Einer meiner ersten Schüler, die ich im Wettbewerb betreut habe, schreibt jetzt seine Doktorarbeit.“ Wichtiger sei es aber, dass die Schüler sich für Naturwissenschaften begeistern – und ihre Mitschüler mitreißen.

Die Sieger

Hier die Sieger münsterischer Schulen des IHK-Regionalwettbewerbs in der Sparte „Jugend forscht“ in der Altersklasse der 15- bis 21-Jährigen:

Biologie:

1. Platz und Sonderpreis: Ngân-Hà Stella Lê (Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium)

2. Platz und Sonderpreis: Rieke Salomon und Maryse Schmidt (Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium)

3. Platz: Mustafa Masaoodi und Knut Rickhof (Gymnasium Wolbeck)

Sonderpreis: Dorothee Wagner (Marienschule)

Chemie:

1. Platz: Christoph Dumstorf und Lars Zeggelaar (Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium)

2. Platz: Simon Obszerninks und Jule Severin (Wilhelm-Hittorf-Gymnasium)

Physik:

1. Platz und Sonderpreis: Simon Hillebrandt (Gymnasium St. Mauritz)

2. Platz: Hannah Neuwirth (Gymnasium Wolbeck)

Sonderpreis: Ida Wöstheinrich (Gymnasium Paulinum)

Technik:

1. Platz: Georg Trede und Erik Holzhäuser (Freiherr-vom-Stein-Gymnasium)

Sonderpreis: Mika Specht und Till Möllerfeld (Wilhelm-Hittorf-Gymnasium)

Arbeitswelt:

2. Platz: Felix Ulonska und Leonard Sondermann (Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium)

Die jeweils Erstplatzierten qualifizieren sich für den Landeswettbewerb im März in Leverkusen. Das Bundesfinale findet im Mai in Darmstadt statt.

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