1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. JVA-Chef zahlt Strafe der Kletteraktivistin

  6. >

Cécile Lecomte entgeht Erzwingungshaft

JVA-Chef zahlt Strafe der Kletteraktivistin

Münster

Die Umwelt-Kletteraktivistin Cécile Lecomte entging am Dienstag der eintägigen Erzwingungshaft. Der Grund: Das Bußgeld für ihre Aktion in Münster wurde bezahlt – vom Leiter der Justizvollzugsanstalt.

Markus Kampmann

Cécile Lecomte  bei ihrem Kletter-Protest Foto: Röttig

Eigentlich sollte Umwelt-Kletteraktivistin Cécile Lecomte am Dienstag eine eintägige Haftstraße in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hildesheim antreten, weil sie eine Geldstrafe in Höhe von 20 Euro nicht zahlen wollte. Die hatte ihr das Dortmunder Schifffahrtsgericht wegen „Fehlbenutzung einer Schifffahrtsanlage“ aufgebrummt: Lecomte hatte sich bei einer Anti-Atomkraft-Demonstration im Mai 2012 von der Kanalbrücke der Wolbecker Straße abgeseilt. Doch sie entging der eintägigen Erzwingungshaft.

Zum Thema

Cécile Lecomte will 20 Euro nicht zahlen

Verantwortlich dafür ist der Leiter der JVA für Frauen Vechta/Hildesheim, Oliver Weßels: Er hat die Strafe für Lecomte kurzerhand bezahlt – aus eigener Tasche, wie er am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung betonte.

Das sei aber nicht etwa als „politisches Statement“ zu verstehen, sagte Weßels. Vielmehr habe er die Befürchtung gehegt, dass Lecomte „ihren Tag Erzwingungshaft sicherlich auch als politische Aktion gestalten wollte“. Da er der Aktivistin dafür keine Bühne bieten und den JVA-Bediensteten ersparen wollte, zu ihrem Spielball zu werden, habe er ihre Strafe bezahlt, erklärte der JVA-Leiter.

„Leider ist das ein Stück weit ins Leere gelaufen“, stellte Weßels angesichts des Medieninteresses fest, das er damit ausgelöst hat. Deshalb bedauere er seine Aktion ein wenig. „Aber die Bediensteten sind nicht zum Spielball geworden. Dass ich es nun bin, muss ich eben mit Fassung tragen.“

Protest gegen Atommüll-Transport am Dortmund-Ems-Kanal

Spektakuläre Aktion auf dem Kanal: Das ist damals passiert

Startseite