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Handwerksbetriebe in der Corona-Pandemie

Kammer hofft auf hohe Impfquote

Münster

Das Handwerk ist auf Erholungskurs nach den Einschränkungen der Corona-Pandemie. Die Handwerkskammer hofft darauf, dass möglichst viele Mitarbeiter von der Möglichkeit der Impfung Gebrauch machen.

 

Das Geschäft vieler Handwerksbetriebe in Münster hat sich erholt. Nun setzt die kammer darauf, dass sich möglichst viele Mitarbeiter impfen klassen. Foto: dpa

Das Handwerk im Kammerbezirk Münster hat sich in den vergangenen vier Wochen von den Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie ein wenig erholt. Das ergibt die August-Umfrage der Handwerkskammer (HWK) Münster, an der 455 Unternehmen teilnahmen.

Die HWK appelliert an die Impfbereitschaft. „Wir hoffen auf eine hohe Impfquote in Handwerksbetrieben, bei Inhabern, Mitarbeitern und Auszubildenden. Impfen bedeutet Solidarität und trägt entscheidend dazu bei, dass wir bald wieder normal arbeiten können“, betont Präsident Hans Hund. Er setzt auf einen erleichterten Zugang und mehr Anreize zum Impfen.

Beeinträchtigung durch Corona nicht mehr ganz so stark

Die Impfentscheidung solle weiterhin jedem persönlich überlassen bleiben. Wenn aber jedem eine Chance auf den „Piks“ unterbreitet worden sei und Mitte Oktober Bürgertests generell kostenpflichtig würden, könne man auch von Unternehmen nicht verlangen, dass sie weiterhin die vollen Kosten regelmäßiger Tests trügen. Die bestehenden Unklarheiten beim Arbeitsschutz müssten rasch bereinigt werden, forderte Hund in einer Pressemitteilung der Handwerkskammer Münster.

Der Corona-Effekt-Index der HWK Münster für das Ausmaß der starken bis sehr starken Beeinträchtigung der Handwerksbetriebe durch das Virus sank Anfang August gegenüber Juli um 1,6 Prozentpunkte auf 18,4 Punkte, schreibt die Kammer in einer Mitteilung. Der Index habe damit das Niveau des Vorjahres eingenommen. Alle Parameter, die in den Indikator einfließen, haben sich im Monatsvergleich etwas verbessert. Das größte Problem ist nahezu unverändert der erhöhte Organisations- und Verwaltungsaufwand für den Infektionsschutz. Dieser belastet 92 Prozent der befragten Betriebe. Über alle Branchen hinweg ist die Lieferfähigkeit des Handwerks mäßig beeinträchtigt, wobei es Branchenunterschiede gibt. Die Nahrungsmittelgewerbe sind am geringsten eingeschränkt, das Kraftfahrzeuggewerbe tendiert zu starken Einschränkungen.

Einschränkungen bei der Lieferfähigkeit

Die erschwerte Beschaffung von Material, Vorprodukten und Rohstoffen macht 88 Prozent der Befragten zu schaffen. Seit Juli bremsen fehlende Teile das Kraftfahrzeuggewerbe am massivsten aus. In dieser Branche klagen 94 Prozent der Betriebe über unterbrochene Lieferketten; fast die Hälfte ist stark bis sehr stark von einem Mangel an Zulieferprodukten betroffen. Auf dem Bau hat sich die Materialbeschaffung ganz leicht entspannt, dennoch berichtet noch jeder Dritte über starke Probleme. Ähnlich betroffen sind die Zuliefererbetriebe für die Industrie.

Von einer nachlassenden Kundennachfrage berichten aktuell 69 Prozent der Betriebe. Damit hat sich die Auftragslage etwas entspannt, so die Kammer. Nach wie vor spüren die personenbezogenen Dienstleister, die auf den direkten Kundenkontakt angewiesen sind, die meisten Nachfragerückgänge, gefolgt vom Kraftfahrzeuggewerbe. Die Betriebe insgesamt haben mit einer merklichen Anpassung des eigenen Angebots reagiert.

Personal ist wieder besser verfügbar

Die Personalverfügbarkeit hat sich am positivsten entwickelt. Probleme beim Personalbestand bestehen nach Angaben der Handwerkskammer nur noch geringfügig.

Kleinere Betriebe sind am meisten von Auftrags- und Umsatzrückgängen beeinträchtigt. Größere Betriebe verzeichnen besonders einen erhöhten Aufwand für Organisation, Angebotsanpassung und bei der Sicherung des Personalbestands.

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