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Prozess um versuchten Totschlag

Kein klares Bild des nächtlichen Tathergangs

Münster

Ein schwer verletztes Opfer und drei Angeklagte gibt es: Aber was genau in der Nacht zum 6. September 2020 unweit vom Hafenplatz passierte, muss die Strafkammer noch klären. Am Dienstag wurden dazu insgesamt sechs Zeugen vernommen.

Dirk Anger

Drei Männer müssen sich vor dem Landgericht unter anderem wegen versuchten Totschlags verantworten. Foto: Friso Gentsch

Es scheint keine leichte Aufgabe für die 21. Große Strafkammer am Landgericht zu sein, die Geschehnisse unweit des Hafenplatzes in der Nacht zum 6. September vergangenen Jahres aufzuklären. Fest steht, dass dort ein 42-jähriger Mann aus Bochum durch Messerstiche erheblich verletzt worden ist. Dafür müssen sich seit Anfang März drei 21-jährige Männer vor dem Landgericht Münster verantworten, zwei von ihnen wegen versuchten Totschlags.

Auch die Vernehmung von sechs Zeugen am Dienstag brachte nach Angaben von Gerichtssprecher Dr. Steffen Vahlhaus kein ganz klares Bild des Hergangs. „Die Sache ist kompliziert.“ Vier Zeugen haben demnach wohl den Tatablauf beobachtet, hieß es am vierten Verhandlungstag des Prozesses.

Was passierte nach der Schlägerei?

Begonnen hatte die Aus­einandersetzung offenbar mit einer Schlägerei. Doch die Wahrnehmung des weiteren Geschehensablaufs zeichnete nach Angaben des Gerichts kein einheitliches Bild. Eine junge Frau soll jedenfalls später dem verletzten Opfer aus Bochum Erste Hilfe geleistet haben.

Die Kammer versucht zu klären, welche Tatbeiträge den einzelnen Angeklagten genau zuzuordnen sind, die an dem Abend zunächst reichlich Alkohol konsumiert haben sollen. Dabei setzt das Gericht auf die Befragung weiterer Zeugen. So sollen beim nächsten Termin laut Vahlhaus unter an­derem auch Vernehmungsbeamte der Polizei geladen werden.

Der Prozess wird am 20. Ap­ril fortgesetzt. Insgesamt hat die Strafkammer für das gesamte Verfahren bisher neun Verhandlungstage angesetzt.

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