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Tierschutzpräsident Schröder besucht Tierheim Münster

Kein Platz für gerettete Haustiere aus der Ukraine

Münster

Zu Beginn der Pandemie holten viele Menschen Hunde, Katzen und Kaninchen aus den Tierheimen zu sich nach Hause. Nun rollt die erste Rückgabewelle, außerdem rechnet der Deutsche Tierschutzbund mit zahlreichen geretteten Haustieren aus der Ukraine.

Von Helmut P. Etzkorn

Eine Delegation des Deutschen Tierschutzbundes mit Präsident Thomas Schröder (r.) besuchte das Tierheim. Foto: hpe

Der Deutsche Tierschutzbund rechnet mit einer Welle von geretteten Haustieren aus der Ukraine, die „zeitnah und dauerhaft“ in Deutschland artgerecht untergebracht werden müssten, so Tierschutz-Präsident Thomas Schröder am Montag bei einem Informationsbesuch im Tierheim an der Dingstiege.

„Für die geflüchteten Menschen, die alles zurücklassen mussten, sind ihre Tiere eine wichtige Stütze. Eine Trennung sollte unbedingt vermieden werden“, meinte Schröder. Weil die Mitnahme von Tieren in Flüchtlingsunterkünften meist nicht erlaubt sei, würden sich aktuell private Unterkünfte als „wahrer Segen“ erweisen. Schröder rechnet mit vielen herrenlosen Hunden und Katzen, die aus den Trümmern befreit wurden und derzeit in Auffangstationen in Polen und Rumänien „geparkt“ seien. Zeitnah müssten dafür hier Gnadenhöfe und Auffangstationen eingerichtet werden.

Tiere werden zurückgegeben

Weil der Bund bislang zu wenig Finanzmittel für die Infrastruktur der Tierheime zur Verfügung gestellt habe, entstehe nun ein „dringender Nachholbedarf“. Seine Kommission, zu der auch Präsidiumsmitglieder und Landesvorstand gehörten, bewerten das Tierheim in Münster als „gut geführt, vorbildlich und in der Öffentlichkeit vorzeigbar“.

Tierheim-Chefin Doris Hoffe berichtete von der ersten „Rückgabewelle“ nach der Corona-Zeit. Derzeit würden besonders Kaninchen und Meerschweinchen abgegeben, weil daheim keine Zeit mehr für die „Beschäftigungstiere“ sei. Bis zum Sommer würden dann Hunde und Katzen folgen.

Besichtigt wurden auch die Neubauprojekte. Darunter eine Außenvoliere für Vögel und ein Mehrzweckgehege für Enten und Hühner. Bis zum Sommer soll Raum für Tiere aus der Ukraine geschaffen werden.

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