1. www.wn.de
  2. >
  3. Muenster
  4. >
  5. Kein Stop-and-go, keine Touristen – aber Verständnis

  6. >

Verhaltener Einkauf am ersten Adventssamstag

Kein Stop-and-go, keine Touristen – aber Verständnis

Münster

Nur stellenweise wird es im Weihnachtsgeschäft am ersten Adventssamstag in der Innenstadt eng. Das Kaufverhalten hat sich in Corona-Zeiten verändert.

Timo Gemmeke

Eher übersichtlich waren die Kundenströme am ersten Adventssamstag wie hier auf dem Prinzipalmarkt. Foto: Oliver Werner

Weihnachts-Shopping ohne Bummeln und Weihnachtsmarkt? In der Corona-Pandemie vermissen Kunden und Händler vieles, haben aber trotzdem gegenseitiges Verständnis für die Situation.

Dort, wo sonst Glühwein, Crêpes und Bratwurst über die Theke gehen, ist in diesem Jahr – nichts. Wären Tannengrün und Lichter-Deko nicht da, es könnte ein normales, frühes Winterwochenende sein, was die spärlichen Menschenmengen in der Fußgängerzone vom Ludgeriplatz bis zur Altstadt verdeutlichen. Lange Schlangen vor den Geschäften sind auch am Prinzipalmarkt kaum zu sehen. Es gibt kein Gedränge, kein Stop-and-go-Schlendern. Und das nicht nur vor, sondern auch in den Läden.

„Normalerweise kriegt man hier zu dieser Zeit kein Bein mehr auf den Boden“, erzählt Jan Eismann, Geschäftsführer von Kösters Wohnkultur. Der erste Adventssamstag in diesem Corona-Jahr – gewöhnlich einer der stärksten Tage überhaupt – gleiche eher einem „guten, normalen Wochentag“.

Woran das liegt, kann Eismann mit einem Blick aus dem Schaufenster sagen. „Einerseits fehlt der Weihnachtsmarkt, andererseits das Gastronomieangebot generell.“ Besonders Kunden von außerhalb würden den traditionellen Weihnachts-Shoppingtag tendenziell seltener antreten, wenn es zwischendurch keine Möglichkeit zum Einkehren und Aufwärmen gebe.

„Es scheitert ja schon daran, dass die Leute nicht mal wissen, wo sie zur Toilette gehen können.“ Auch wenn Eismann mit seinem Team in voller Besetzung arbeitet, rechnet er nicht mit einer großen Steigerung der Kundenzahlen an den kommenden Wochenenden.

Die typischen Weihnachts-Bummler vermisst auch Judith Roski, Filialleiterin der Parfümerie Pieper. „Wir haben zwar Kunden, die erstmal schauen und sich beraten lassen. Aber der Großteil kauft gezielt ein und ist dann wieder weg.“ Und die Kunden aus Holland? „Bisher gar keine“, berichtet Roski. Dieses Jahr gebe es zudem neue Phänomene: „Wir verkaufen derzeit sehr viele Gutscheine. Die Kunden fragen immer, ob sie diese auch online einlösen können.“ Ebenso steige die Zahl der Kunden, die Artikel bestellen und vor Ort abholen.

Diszipliniert scheinen die Kunden mit Blick auf die Corona-Regelungen auch in den großen Geschäften zu sein. „Die Vorschriften werden sehr geduldig angenommen“, erzählt Pia Stuhlweißenburg, stellvertretende Leiterin der Thalia-Filiale in den Arkaden. Um den Einkauf auch in Stoßzeiten so kurz wie möglich zu halten, setze man neue Scan-and-go-Kassen ein, bei denen Kunden ihren Einkauf selbst scannen und bezahlen. Dennoch sei es im Sinne von Kunden und Händlern, wenn sich die Einkäufe in diesem Jahr nicht auf die Wochenenden und Tageshochzeiten fokussieren.

Eher Vorteile als Nachteile sehen Christoph Heine und Sarah Schmelzer im fehlenden Weihnachtsmarkt und der dadurch weniger überlaufenen Innenstadt. „Es ist angenehm, es gibt kein Gedränge und man findet gut einen Parkplatz“, sagt Christoph Heine.

Startseite