Straßenmagazin vor dem Aus?
Keine guten Zeiten für „Draußen“
Münster
Die Spenden bleiben aus, die Verkäufe gehen zurück und der Umzug in ein neues Büro frisst die ohnehin knappen Ressourcen: Münsters Straßenmagazin „Draußen“ kämpft ums Überleben.
Keine guten Zeiten für „Draußen“. Münsters Straßenmagazin, das gerade seinen 20. Geburtstag gefeiert hat, blickt sorgenvoll in die Zukunft. „Das Geld ist knapp, wegbrechende Spendengelder, Rückgang beim Zeitungsverkauf und Zusatzkosten, die nach dem Erwerb des neuen Büros angefallen sind“, zählt Sabine Sitte einige Gründe auf, die aus Sicht des Vereins in den vergangenen Monaten dazu geführt haben, dass es mittlerweile ein Kampf ums Überleben geworden ist. Die ehrenamtliche Geschäftsführerin macht aber auch deutlich: „Wir haben uns nicht übernommen oder leichtsinnig Geld ausgegeben. Es sind zu viele Probleme auf einen Schlag zusammengekommen.“
Teurer Umzug
Das alte Büro am Berliner Platz beispielsweise sei so ein Problem: „Wir mussten da raus, haben nichts Neues zur Miete gefunden.“ Deshalb habe man sich entschlossen, für knapp 200 000 Euro die 140 Quadratmeter große Räumlichkeit an der Von-Kluck-Straße zu kaufen, in der jetzt Büro, Redaktion und ein Sozialraum untergebracht sind, in dem sich täglich viele Obdachlose treffen und eine Anlaufstelle gefunden haben.
„Man darf nicht vergessen, dass neben der Zeitung ja auch die Begleitung der obdachlosen Menschen und ihre Unterstützung ein wichtiger Part unseres Angebot ist“, betont Sabine Sitte ausdrücklich.
Paten gesucht
Fest stehe aber auch: „Wir haben zurzeit monatlich ein Defizit von etwa 2000 Euro. Dafür müssen wir eine Lösung finden.“ Wie könnte die aussehen? Der Verein, so die Geschäftsführerin, setze darauf, neben Spenden und städtischen Stiftungsmitteln einen Paten- oder Freundeskreis aufzubauen, der als fester Unterstützer helfen können, dieses Defizit auszugleichen. Wer sich von der Arbeit überzeugen möchten, der ist in der Von-Kluck-Straße 15 willkommen.
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