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Eine-Welt-Netz NRW beschäftigt sich bei Landeskonferenz mit Gendergerechtigkeit

Keine reine Frauensache

Münster

Gleichberechtigung geht alle an – gerade auch Männer müssen sich dem Thema stellen. Das war eine der Botschaften der Landeskonferenz des Eine-Welt-Netzes NRW. Mit dabei war Entwicklungshilfeministerin Svenja Schulze.

Von Maria Conlan

Sie diskutierten über Gendergerechtigkeit (v.l.): Christiane Overkamp (Geschäftsführung Stiftung und Entwicklung Nordrhein-Westfalen), Monika Dülge (Geschäftsführung Eine-Welt-Netz NRW), Entwicklungshilfeministerin Svenja Schulze, Josee Mukanshimiyimana (Iriba-Brunnen e.V.), Martina Kiel und Svenja Bloom (beide Organisationsteam Eine-Welt-Netz Münster), Nargis Mommand Hassanzai (Afghanic e.V.) und Antonius Kerkhoff (Direktor der Akademie Franz Hitze Haus) Foto: con

„Ich bin sehr begeistert, wie viele Menschen sich ehrenamtlich engagieren“, verkündete Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zu Beginn ihres Vortrags am Samstag. Zwei Tage lang tagte die Landeskonferenz Eine-Welt-Netz NRW in der Akademie Franz-Hitze-Haus.

150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich und diskutierten über Gendergerechtigkeit und Empowerment, für eine feministische Entwicklungspolitik. Leider sei der Männeranteil mit zehn Prozent sehr gering an den beiden Tagen gewesen, bedauerte Tagungsleiter Dr. Christian Müller von der Akademie. Dabei funktioniere Gleichberechtigung nur gemeinsam.

Referentinnen aus Lateinamerika und dem südlichen Afrika

Dass viele Politikerkollegen die Gleichberechtigungsdebatte als „Gedöns und Unsinn“ titulieren, zeigt Schulze, dass es auch im eigenen Land noch ein langer Weg zur Gleichberechtigung sei. In Vorträgen, Workshops und einer Podiumsdiskussion wurde die Rolle der Frau in der Einen Welt beleuchtet, aber auch kulturell am Samstagabend von Cactus Junges Theater Münster.

Online wurden Referentinnen aus Lateinamerika und dem südlichen Afrika zugeschaltet. Die Teilnehmenden genossen vor allem die Möglichkeit, vor Ort miteinander ins Gespräch zu kommen. Da waren die Pausengespräche wichtiger Bestandteil für den Gedankenaustausch.

Frauen bei Entscheidungen einbinden

Aktuell eingeschoben wurde der Vortrag über die Frauen in der Ukraine und die Kriegsfolgen. Dr. Monika Rosenbaum, Ukrainerin und Mitarbeiterin des Bistums, klärte persönlich und bewegend über die Notsituation auf. Auf die Gefahren des Menschenhandels wies auch Ministerin Schulze hin.

Das Fazit der Tagung: Für bessere politische Ergebnisse sind mehr Frauen in Entscheidungsprozessen notwendig. Nur Machtteilung könne eine bessere Welt schaffen. Konflikte und Krisen, wie die Covid-Pandemie und Kriege, verstärkten Ungleichheiten. Die Landeskonferenz ermutigte die Teilnehmer zum Engagement und sorgte für Hintergrundwissen. Möglich wurde sie dank der Kooperation mit der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW und Open Globe.

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