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Neues Gutachten vorgelegt

Keine Schallschutzwände für die WLE-Strecke

Münster

Es gibt ein neues Gutachten über die Schallschutzbelastung auf der WLE-Strecke Münster-Sendenhorst. Danach sind nun keine Schallschutzwände mehr erforderlich. Stattdessen sollen Metallplatten an die Schienen montiert werden.

Martin Kalitschke

„Schienenstegabschirmung“ nennen sich die 16 Zentimeter breiten Platten, die an den Schienen angebracht werden, um einen Teil des Schalls zu schlucken. Vorgestellt wurden sie am Freitag von (v.l.) Michael Milde (Stadt Münster), Svenja Ullmann (Gutachterbüro Peutz Consult) und Johann Ubben (Bereichsleiter, WLE). Foto: Oliver Werner

Die Westfälische Landes-Eisenbahn (WLE) hat am Freitag ein neues Schallschutzgutachten für die Strecke Münster-Sendenhorst vorgelegt. Ergebnis: Die Belastung für die Anlieger wird deutlich geringer ausfallen als bei einem früheren Gutachten, so WLE-Bereichsleiter Johann Ubben.

Schallschutzmauern seien nun doch nicht erforderlich, stattdessen sollen in einem Teilbereich der Strecke direkt an den Schienen Metallplatten angebracht werden. „Diese Mini-Lärmwand wird den Schall direkt am Gleis abfangen“, betont Svenja Ullmann vom Gutachterbüro Peutz Consult.

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Die Strecke zwischen dem münsterischen Hauptbahnhof und Sendenhorst ist 22 Kilometer lang. Ab 2023 sollen hier, so die Planungen, täglich 104 Züge mit insgesamt 6000 Fahrgästen verkehren – vor allem zwischen 6 und 22 Uhr. Das frühere Gutachten hatte empfohlen, auf einer Strecke von insgesamt fünf Kilometern Schallschutzwände zu errichten und auf weiteren 1,6 Kilometern eine „Schienenstegabschirmung“, also Metallplatten, die an die Schienen geschraubt werden.

Gründe für die geringere Belastung

Dass in der neuen Untersuchung eine geringere Schallbelastung ermittelt worden ist, hat laut Ubben zwei Gründe. „Zum einen wird die Westfalen AG bis 2020 ihr Werk in Gremmendorf aufgeben. Dadurch entfallen die im ersten Gutachten enthaltenen Güterzugfahrten.“ Zum anderen geht die WLE davon aus, dass nach einer möglichen Reaktivierung der Strecke nur Züge mit zwei statt – wie bislang angenommen – vier Triebwagen verkehren werden. „Und weniger Räder bedeutet weniger Schall“, betont Ubben.

Schienenstegabsicherung hat viele Vorteile

Nach dem neuen Gutachten soll es nur noch eine solche Schienenstegabsicherung geben, und zwar auf einer Länge von 2,7 Kilometern. „Sie sorgt dafür, dass die Schallbelastung an den meisten Stellen unter dem gesetzlichen Grenzwert liegen wird“, betont Ullmann. Dort, wo das nicht der Fall ist, werde man einen Passivschutz – also zum Beispiel dickere Fensterscheiben – prüfen.

Laut Ubben hatten sich zuvor viele Bürger vor allem aus optischen Gründen gegen Schallschutzwände ausgesprochen. Für die WLE seien die Platten zudem die wirtschaftlichere Lösung – sie sind deutlicher günstiger als die Wände. Michael Milde von der Stadt Münster begrüßte die erst vor Kurzem zur Marktreife gelangte Technik als „innovativ“. „Es muss nichts verbaut werden, und der Effekt ist der gleiche wie bei Schallschutzwänden“, so Milde. Im Sommer soll das Lärmgutachten der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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