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Missbrauchsfall Münster

Keine Sicherungsverwahrung: Staatsanwaltschaft legt Revision ein

Münster

Neun Jahre muss Yunus C. wegen schweren sexuellen Missbrauchs in Haft. Weil keine Sicherungsverwahrung verhängt wurde, geht die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil an.

Dirk Anger

Die Staatsanwaltschaft Münster hat gegen das Urteil des Landgerichts gegen Yunus C, aus Aachen Revision eingelegt. Die Richter hatten von einer Sicherungsverwahrung abgesehen. Foto: dpa

Weil ein in der vergangenen Woche verurteilter Sexualstraftäter nach Verbüßung seiner neunjährigen Haftstrafe nicht in Sicherungsverwahrung soll, hat die Staatsanwaltschaft Revision gegen das Urteil des Landgerichts Münster eingelegt. Das erklärte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt auf Nachfrage unserer Zeitung. Man warte nun die schriftlichen Urteilsgründe mit Blick auf die nicht verhängte Sicherungsverwahrung ab.

Das Gericht hatte Yunus C. aus Aachen in der vergangenen Woche zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt. Ihm werden 21 Fälle teils schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zur Last gelegt.

Der 27-jährige Student zählt zum verzweigten Kinderschändernetzwerk um den Hauptbeschuldigten im Missbrauchskomplex Münster, Adrian V. Unter anderem dessen Ziehsohn war von Yunus C. schwer missbraucht worden. Das Landgericht sah aber im Urteil den für eine Verhängung der Sicherungsverwahrung geforderten Hang zu weiteren Taten beim geständigen Yunus C. als nicht gegeben an.

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