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Oberbürgermeister-Kandidaten bei Demo

„Kidical Mass“: Radwege für Kinder verbessern

Münster

Münsters Straßen sind für Kinder und Jugendliche unsicher und gefährlich – das ist die Meinung des Bündnisses „Kidical Mass“, das am Samstag zu einer Demo in Münster aufgerufen hatte. Vor Ort war auch jede Menge Politik-Prominenz. Und die versprach den Anwesenden ein wahres Fahrrad-Eldorado.

Joel Hunold

Michael Jung (l.), Peter Todeskino und Markus Lewe - einer von ihnen wird wahrscheinlich nächster Oberbürgermeister. Doch welche Wege schlagen sie verkehrspolitisch ein? Foto: Joel Hunold

Wer am Samstag den anwesenden Oberbürgermeisterkandidaten bei der Demonstration „Kidical Mass“ zugehört hat, könnte meinen, Münster werde bald ein wahres Fahrrad-Eldorado – unabhängig vom Wahlausgang. Sieben der neun OB-Kandidaten und ein Spitzenkandidat versprachen, sich nach der Wahl für eine bessere und sicherere Fahrradinfrastruktur einzusetzen.

Das deutschlandweite Bündnis „Kidical Mass“, welches zu der Demo, die an den Aaseekugeln startete und später als Fahrraddemo durch Münster führte, eingeladen hatte, sieht klare Defizite bei der Verkehrssicherheit für Kinder. „Eine Stadt muss sich fragen: ‚Würde ich meine Kinder hier alleine fahren lassen?‘ Und die Antwort ist an vielen Stellen in Münster ‚Nein‘“, sagte Initiator Daniel Hügel.

Die „Kidical Mass“-Organisatoren und die rund 130 Teilnehmer forderten Tempo 30 in der kompletten Stadt, autofreie Zonen und Orte und, dass illegales Parken von Autos auf dem Gehweg nicht mehr geduldet wird. Mehr Platz werde benötigt, damit Kinder und Jugendliche sich sicher und selbstständig bewegen können. Das forderten nicht nur Eltern, sondern auch die Kinder selbst, welche den Politikern erzählten, dass sie sich nicht sicher fühlen. Sie fragten, warum Autos auf Radwegen stehen dürfen.

Übergabe einer Petition

Im Vorfeld der Demo wurde eine Petition gestartet, die an die anwesenden Politiker übergeben wurde. Michael Krapp (ÖDP) und Tim Pasch (Spitzenkandidat Volt) stellten sich hinter die Forderungen von „Kidical Mass“. Sebastian Kroos (Piraten) bezeichnete es beschämend, dass die Petition überhaupt gestellt werden muss. Georgios Tsakalidis (Münster Liste) erinnerte die teilnehmenden Kinder daran, langsam und vorsichtig zu fahren.

Währenddessen bekräftigten Ulrich Thoden (Linke) und Peter Todeskino (Grüne) den Plan einer autofreien Innenstadt. Allerdings nannte Todeskino, anders als im Wahlprogramm verankert und im Vorfeld oft betont, das Jahr 2030 statt 2025 als Ziel.

Jung verspricht 20 Millionen jährlich

Michael Jung (SPD) versprach derweil Investitionen von 20 Millionen Euro jährlich in die Fahrradinfrastruktur und betonte, Finanzmittel müssten vom Auto hin zum Fahrrad umgeschichtet werden. Und der amtierende Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) erinnerte daran, dass aktuell viele Fahrradstraßen rotgefärbt werden und weitere folgen sollen.

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