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Mechthild Großmann stammt aus Münster

Kindheit im Kreuzviertel

Münster

Am Sonntag strahlt die ARD den 25. Münster-Tatort aus – Staatsanwältin Wilhelmine Klemm wird dabei Kommissar Thiel suspendieren. Für Mechthild Großmann, die die Staatsanwältin spielt, bedeutet Münster etwas Besonderes. Hier wurde sie geboren und hier wuchs sie auf.

Karin Völker

Als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm kennt Mechthild Großmann ein Millionenpublikum. Am Sonntag ist die gebürtige Münsteranerin in der Jubiläumsfolge des Münster-Tatorts zu sehen. Foto: Martin Menke/WDR

Es war nicht sehr viel Zeit zum Eintauchen in die Vergangenheit, als Mechthild Großmann am Abend der Premiere des neuen Tatorts durch die Stadt Richtung Cineplex-Theater kutschiert wurde. Für die Schauspielerin, die den Münster-Tatort (dessen 25. Folge an diesem Sonntag um 20.15 Uhr in der ARD zu sehen ist) als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm mit einer vom Nikotin rauchigen Stimme prägt, haben Ausflüge nach Münster eine besondere Bedeutung.

Mechthild Großmann ist gebürtige Münsteranerin, wuchs im Kreuzviertel in der Nähe des Coerdehofs auf. „Das war damals überhaupt keine so teure Gegend wie heute“, sagt sie am Premierenabend im Cineplex. Münster, das ist für Mechthild Großmann auch das katholische Mädchengymnasium Marienschule, das sie besuchte, bevor sie zur Schauspielschule ging, professionell zu tanzen begann, ihre Leidenschaft zum Beruf machte.

Als sie vor Wochen am Premierenabend durch Münster fuhr, ging es auch am Send vorbei – das Riesenrad drehte sich vor dem Schloss. „Das hat schon in mir Kindheitsgefühle geweckt“, sagt Mechthild Großmann, die in Hamburg lebt und gern für die Tatorte mehr hier vor Ort drehen würde.

Nahe Verwandte hat sie keine mehr in der Stadt – „ich komme aber regelmäßig auf den Zentralfriedhof“, erzählt sie. Dort sind ihre Eltern begraben.

Mechthild Großmann ist vor ein paar Monaten 65 Jahre alt geworden – „eigentlich bin ich Rentnerin“, sagt sie, und ihre tiefe Stimme klingt amüsiert. Staatsanwältin Wilhelmine Klemm geht aber noch nicht in Pension. Im Gegenteil, ihre Führungsstärke ist gefragt: In Folge 25 des Münster-Tatorts suspendiert sie Kommissar Thiel von seinen Aufgaben. Nur gut, dass auch das Verbrechen rund um den Bau des Wellness-Bades „Waikiki Oase“ im Jubiläums-Tatort am Ende aufgeklärt wird.

„Natürlich mache ich weiter“, bekräftigt Mechthild Großmann und sieht dabei gar nicht aus wie eine Rentnerin. Sie spielt in Wuppertal in Pina Bauschs Tanztheater, ihre große Leidenschaft, außerdem immer wieder an diversen Theatern. Münster, wo sie vor vielen Jahren einmal ein Engagement hatte, ist jetzt nicht dabei. Ende des Jahres wird Mechthild Großmann 66. Aber dann fängt ja nach Udo Jürgens, bald 80, erst das Leben an. 

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