Generationenwechsel für den Bundestag

Kira Sawilla zur Kandidatin für den Bundestagswahlkampf für Münsters Linke gewählt

Münster

Hubertus Zdebel nennt sich selbst einen „Freund des Rotationsprinzips.“ Und daher ist es nur logisch, dass der 66-Jährige sich zur Ruhe setzt. Im September wird er sich nach acht Jahren als Vertreter der Linken für den Kreis Münster im Bundestag nicht erneut zur Wahl stellen. Für den „jungen Wandel“ soll nun Kira Sawilla sorgen. Einstimmig wählten die Linken die 20-Jährige als Kandidatin für den Bundestagswahlkampf.

Luca Pals

Hubertus Zdebel (r.) tritt nach acht Jahren nicht mehr für die Linke im Kreis Münster für den Bundestag an. Als junge Nachfolgerin tritt Kira Sawilla für die Wahlen im September an. Foto: Luca Pals

Sawilla war am Samstag als einzige Kandidatin mit 21 Ja-Stimmen gewählt worden, einer der ersten Gratulanten war Zdebel selber. Dieser freut sich nun auf „mal wieder Urlaub“, eine offizielle Verabschiedung ist – bei dann erhofft sinkenden Inzidenzzahlen - für den Wahltag geplant. Seit 2009 vertrat Zdebel die Linke im Bundestag, war unter anderem atompolitischer Sprecher sowie in den vergangenen vier Jahren im Fraktionsvorstand der Partei. Dass Zdebel sich ganz zurückziehen wird glauben sowohl Parteikollegen als auch er selber nicht: „Es gibt noch viele Themen, die weiterhin angegangen werden müssen“, zeigte sich Zdebel am Samstagnachmittag kämpferisch.

Gleiches gilt für Sawilla. In ihrer Bewerbungsrede skizziert sie die Themen für die nächsten Jahre: „Die Corona-Pandemie zeigt erneut die Fehler des kapitalistischen Systems auf.“ Nicht für die „reichen ein Prozent in Deutschland“, sondern für die „vielen anderen“ solle eine Politik gemacht werden, die einen radikalen Wechsel in puncto Klimakrise, Sozialpolitik, Rüstungsexporten und Auslandseinsätzen fordere: „Wir sind die Partei mit den echten Lösungen auf die sozialen Fragen der Menschen in der Gegenwart.“ Sawilla erinnerte auch an ihre Anfänge in der Linkspartei, wie diese stets an Bedeutung in ihrem Leben gewann und sie bis heute die Linksjugend NRW weiter vorantrieb.

Trotz Euphorie und neuen Gesichtern für den Wahlkampf: Der Partei ist in Münster gleichwohl klar, was Zdebel ausspricht: „Die Umfragewerte für uns sind aktuell nicht gut“ um gleich zu ergänzen: „Aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen. Es liegt vor allem an unserer Arbeit in den nächsten Wochen und Monaten.“

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