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Vibrierende Entspannung

Klangwiege im Clemenshospital

Münster

Etwas Holz und ein paar Saiten – auf den ersten Blick ist kaum zu erkennen, was wirklich in der neuen Wiege des Clemenshospitals steckt.

Björn Meyer

Musiktherapeutin Verena Lodde zupft die Saiten der neuen Klangwiege, in der die junge Patientin Vivien Platz genommen hat. Die Wiege hat nahezu den gleichen Effekt wie die aus Fernost bekannten Klangschalen. Foto: Björn Meyer

Als Verena Lodde die großen Saiten zupft, herrscht andächtige Ruhe im Raum. Als die letzten Töne verstummt sind, fragt einer der Umstehenden: „Irre ich mich, oder sind die Vibrationen im ganzen Raum spürbar?“

Und tatsächlich: Von den Saiten der neuen Klangwiege im Clemenshospital geht eine enorme Vibration aus. Rund 4500 Euro hat die aus Holz gefertigte und an ihren Seiten mit Saiten bestückte Wiege gekostet. Geld, dass das Krankenhaus von Tierarzt Dr. Winfried Schmidt und seiner Firma Vetvital als Spende erhalten hat.

Eine lohnende Anschaffung

Laut Verena Lodde, die für das Clemenshospital als Musiktherapeutin arbeitet, ist es eine lohnende Anschaffung. „Ich freue mich wirklich sehr darüber, so eine Wiege habe ich mir schon lange für die Arbeit hier gewünscht“, sagt Lodde, die zwar schon seit acht Jahren für das Hospital tätig ist, durch die Klangwiege allerdings ganz neue Möglichkeiten für die Therapie sieht.

Zum einen, weil die Wiege in ganz unterschiedlichen Bereichen Anwendung finden kann, zum anderen aber auch, weil sich ihr kaum jemand in der Kinder- und Jugendklinik entziehen kann. „Wir haben hier viel mit Jugendlichen zu tun, die eher weniger Lust auf Musiktherapie haben“, sagt Lodde, schmunzelt kurz, und ergänzt: „Aber mit Entspannung bekommt man sie alle.“ Und genau diese Wirkung hat die neue Klangwiege, die allerdings keine gewöhnliche Kassenleistung ist.

„Mir hat das sofort gefallen, auch weil es mal ein anderer Ansatz ist“, sagt Spender Schmidt, nachdem er es kaum erwarten kann, die Gerätschaft an sich selber testen zu lassen. Sein Urteil: „Ich hätte es mir nicht so intensiv vorgestellt.“

Genau deshalb, so Musiktherapeutin Lodde, müsse man bei dem Einsatz auch auf jeden einzelnen Patienten und dessen Reaktionen achten, denn nicht jedem gefalle alles gleichermaßen. Die Einsatzmöglichkeiten sind derweil enorm: Chronische und psychosomatische Erkrankungen, schwerst mehrfachbehinderte oder sehbehinderte Patienten, neurologische Erkrankungen, kranke Neugeborene oder Mütter mit ihren Neugeborenen gemeinsam. Letztlich jedem, dem Entspannung gut tue, für den sei auch die Klangwiege etwas, ist man sich im Team des Clemenshospitals sicher.

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