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Caritas und Stadt stellen neue Vorsorgemappe vor

Klarheit für sich und die Angehörigen

Münster

Wenn man durch einen Unfall oder eine Erkrankung nicht mehr für sich selbst Entscheidungen treffen kann,ist es wichtig zu regeln, wer dies übernehmen soll. Dazu haben die Caritias Münster und die Stadt jetzt eine Vorsorgemappe entwickelt, die alle wichtigen Informationen enthält.

Von Laura Scheffelmaier

Stellten die Vorsorgemappe für Münster vor (v.l.): Thomas Schlickum (Caritas-Vorstand), Schirmherr Franz Müntefering, Bürgermeisterin Maria Winkel, der Vorsitzende der kommunalen Seniorenvertretung Hans Kurth und Sebastian Koppers (Caritas-Vorstand). Foto: Matthias Ahlke

Im Gebäude des Regierungspräsidiums wurde am Freitag die neue Versorgemappe vorgestellt, die von der Caritas Münster in den vergangenen eineinhalb Jahren in Zusammenarbeit mit dem Sozialamt Münster erarbeitet wurde. Mit von der Partie waren auch die Kommunale Seniorenvertretung, welche die Idee dazu hatte, und der ehemalige SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Franz Müntefering (81), in dessen Händen die Schirmherrschaft des Projektes liegt.

Alle wichtigen Vorkehrungen treffen und sammeln

Die Vorsorgemappe soll ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen, unabhängig von Alterungsprozessen, Krankheit oder einem unvorhergesehenen Unfall. Dies funktioniert, indem im Voraus – bevor keine selbstbestimmten Entscheidungen mehr getroffen werden können – alle wichtigen Vorkehrungen getroffen und die Unterlagen in der Vorsorgemappe gesammelt werden. Es biete sich an, diese fixierten Entscheidungen regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, sollten sich die persönlichen Wünsche geändert haben. Angehörige oder rechtlich bestellte Betreuende wissen dann, wie sie im Sinne der betroffenen Person handeln müssen.

Franz Müntefering ist Schirmherr

Die Wichtigkeit einer solchen Auseinandersetzung, unabhängig vom Alter und der jeweiligen Lebenssituation, illustrierte Franz Müntefering rhetorisch geschickt anhand einer Alltagsmetapher: „Du lebst immer in einer Ordnung, die schon ganz okay ist, solange du nichts brauchst“, beschreibt der Schirmherr. Egal, ob beim Umziehen oder im Falle einer wegbrechenden Entscheidungsfähigkeit: „Vorbeugen ist besser, als nachher hilflos dazustehen.“ Vorsorgen sei nicht nur wichtig in Zeiten von Patchworkfamilien, sondern auch innerhalb von Ehegemeinschaften. Auch hier sind Vorsorgevollmachten von Relevanz, um für den Partner oder die Partnerin entscheiden zu können, beispielsweise im Falle einer demenziellen Erkrankung. Liegt keine solche Betreuungsvollmacht innerhalb der Ehegemeinschaft vor, muss die betreuende Person erst gerichtlich bestellt werden, so die Vertreterinnen der Caritas.

Dank ehrenamtlichen Engagements wurden 5000 Exemplare der Vorsorgemappe bestückt. Ab kommender Woche sind sie an verschiedenen Ausgabestellen gegen eine Spende abzugeben, beispielsweise bei der Kommunalen Seniorenvertretung im Stadthaus 1, Klemensstraße.

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