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Spendenprojekt von Klaus Hermann

Münsteraner wanderte drei Wochen durch den Dschungel von Panama

Münster

Für Klaus Hermann war es das Abenteuer seines Lebens: Drei Wochen ist er durch den Dschungel Panamas gewandert. Dabei wollte er vor allem Geld für Umweltschutzprojekte sammeln - und traf auf Spinnen, Skorpione und auch bewaffnete Menschen.

Klaus Hermann hat mit seiner Wanderung durch den Dschungel Panamas Geld für Klimaschutzprojekte gesammelt. Foto: privat

Am vergangenen Samstag ist Klaus Hermann von seiner dreiwöchigen Reise nach Panama zurückgekehrt. Er hat das Abenteuer seines Lebens hinter sich und so viele aufregende Geschichten erlebt, dass er noch lange davon erzählen kann und wird, so der Münsteraner in einem Pressebericht.

Bevor es in den Dschungel ging, hat sich Hermann zunächst mal verschiedene Aufforstungsprojekte und -gebiete der Organisation Futuro Forestal angesehen, denn mit seiner waghalsigen Wanderung durch den „Darien Gap“ möchte der Münsteraner und „Stefan-Raab-Bezwinger“ auf den Klimawandel und seinen Verein „tree4tree e.V.“ hinweisen und so viel Geld wie möglich für neue Projekte sammeln. Dazu gewann er viele Spender, die je gelaufenen Dschungel-Kilometer einen festen Betrag an „tree4tree“ überweisen werden, so Hermann.

Fast 40.000 Euro wurden vor der Reise zugesagt

Fast 40.000 Euro wurden Klaus Hermann vor Antritt seiner Reise zugesagt. Mit der Besichtigung der Projekte konnte Hermann seine guten Eindrücke der Organisation bestätigen und wird dort nach eigenen Worten auf jeden Fall einen Teil der Gelder investieren. Der Rest geht in Aufforstungs- und Brunnenprojekte in Malawi.

Auch hier habe der Versicherungsmakler Hermann persönliche Kontakte und, wie er schreibt, bereits positive Erfahrungen machen können. Auf diverse Einwände und Hinweise, warum es so ein außergewöhnlicher und nicht ungefährlicher Trip sein müsse, hat der 50-jährige Buchautor eine klare und kurze Antwort: „Der Klimawandel und seine Auswirkungen sind viel gefährlicher.“

Klaus Hermann

Dann ging es los. Zwölf Tage durch den unberührten "Darien Gap" im Grenzgebiet zwischen Panama und Kolumbien. Ein Taxifahrer hatte sich dazu noch sehr deutlich geäußert: „No one goes through the Darien.“ Doch Hermann und seine acht Mitstreiter hatten sich bestens vorbereitet und den Trip gewagt. Letztendlich ist es ein Regenwald wie jeder andere.

Das vermeintlich Gefährliche sind die Rebelleneinheiten der kolumbianischen FARC sowie bewaffnete Schmuggler und Banden, die Flüchtlinge, auf dem Weg nach Nordamerika ausrauben wollen. Um diesen Gefahren aus dem Wege zu gehen, führte die Route durch das nordwestliche Gebiet das Darien. Es gab während der Tour zwei Begegnungen mit Bewaffneten. Nach kurzer Anspannung und einem freundlichen Gruß ging man einfach weiter, ohne zu wissen, wer die anderen genau waren.

Skorpion-Stiche und fast 1000 Höhenmeter

Die echten Gefahren lauerten an anderer Stelle. Die enormen Anstrengungen waren so groß, dass zwei Teilnehmer nach drei Tagen aufgaben und evakuiert werden mussten. Es gab einen Skorpion-Stich, unzählige Ameisenattacken und kleinere Verletzungen durch Stürze, lange Dornen, scharfe Gräser und vieles mehr. Fast 1000 Höhenmeter mit sehr steilen Anstiegen ohne Wege wurden da zum massiven Kraftakt. Der Abstieg zur Rutschpartie mit vielen Stürzen.

Am vergangenen Samstag ist Klaus Hermann von seiner dreiwöchigen Reise nach Panama zurückgekehrt. Foto: privat

100 Kilometer zu Fuß durch den Regenwald

Die Gruppe schlug sich knapp 100 Kilometer durch den Darien Regenwald. Man hatte Kontakt mit den indigenen Embera und durfte deren Lebensweise kennenlernen, ist nachts mit der Stirnlampe durch den stockfinsteren Dschungel gelaufen, um unzählige Spinnen, Skorpione, Schlangen und Frösche zu beobachten, und schlief in Hängematten. Es war das Eintauchen und Erleben einer fremden Welt. Eine Welt, die faszinierte und Demut lehrte.

Auf der Rückfahrt Richtung Panama City dann der Schock. Nach zwölf Tagen der erste Kontakt mit der Außenwelt und die verstörende Nachricht, dass in Europa ein Krieg ausgebrochen war. Für Klaus Hermann war die Reise nach eigenen Angaben Ansporn, sein Engagement für den Umwelt- und Klimaschutz fortzusetzen.

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