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Zweite Auflage des „Nah am Wasser”-Festivals

Klein, aber oho!

Münster

Nach dem erfolgreichen Einstand im vergangenen Jahr, ist am Samstag das Festival "Nah am Wasser" zurückgekehrt. Die zweite Auflage wurde ebenfalls ein großer Erfolg. Auch, wenn aufgrund der Wetterprognosen der Beach weniger Besucher als im Vorjahr zählen durfte.

Carsten Vogel

Die Band Kettcar aus Hamburg: Das Quintett um Sänger Marcus Wiebusch (2.v.r.) war Headliner des Festivals. Foto: Pjer Biederstädt

Wenn man den Wald vor lauter Palmen nicht sieht, dann ist man beim „Nah am Wasser”-Festival. Das singt und sagt Marie Curry, Rapperin der Hamburger Hip-Hop-Gruppe Neonschwarz, die am Samstag einen fulminanten Auftritt hinlegen.

Der Tag am Coconut Beach beginnt zwar trüb und grau, aber die insgesamt 1600 Festivalbesucher lassen sich davon nicht beeindrucken. Sie feiern eine Party mit unterschiedlichster Musik. Und genau wie die Bandbreite an Bands, stellen sich auch die Besucher dar: junge Mädchen warten mit Pappschildern auf die Leoniden, männliche Enddreißiger fläzen sich in Donots- und Kettcar-Shirts in den Holzkojen am Heaven, Familien mit Kindern tummeln sich am Beach und Kanupolospieler hören vom Kanal aus zu. Das ganze Festival verströmt etwas Familiäres, weil auch die Musiker sich ohne Berührungsängste unter die Besucher mischen.

Dritte Auflage in Aussicht gestellt

Die Optimierungen der Organisatoren des diesjährigen Festivals fruchten: Das Essensangebot wurde erweitert, und das Schlangestehen für Getränke entfällt größtenteils. „Das Zapfen macht es an den Theken schneller”, sagt Mitorganisator Alex Solke von Kingstar Music zufrieden. Im vergangenen Jahr wurde noch Flaschenbier ausgegeben.

Sein Kooperationspartner Pitti Duyster, Geschäftsführer der Dockland GmbH, zeigt sich hochzufrieden: „Meine Bilanz fällt absolut positiv aus, auch wenn es aufgrund des Wetters nicht ganz ausverkauft war. Die Atmosphäre, die Stimmung und die Bands waren super. Ich gehe deshalb davon aus, dass wir bald die dritte Auflage des Festivals bekanntgeben können.”

Festival-Besucher Christian Moormann war bereits im vergangenen Jahr beim Debüt des Events und ist auch von der zweiten Auflage begeistert, findet allerdings einen kleinen Wermutstropfen: „Eine gelungene Wiederholung, aber schade, dass Faber nicht wieder dabei ist. Das Festival ist auf jeden Fall super lässig.” Konifez-Gründer Florian Wintterlin ist ebenfalls zum zweiten Mal mit dabei: „Ich glaube, dass das schlechte Wetter den einen oder anderen abgehalten hat, zu kommen. Aber alle, die hier sind, haben richtig Spaß.”

Animateure und Ananas-Matratzen

Zurück zu den Bands. Neonschwarz sind genau wie die Kieler Band Leoniden geborene Publikums-Animateure. Es gibt große aufblasbare Ananas-Matratzen, die zum Crowdsurfing anregen, das Publikum springt, klatscht und ist mit Begeisterung dabei. Während die Leoniden einen „Bühnen-Abriss“ par excellence liefern, reichen Neonschwarz den Staffelstab mit „einer letzten gemeinsamen Eskalation” an die österreichische Band Granada weiter. Sänger Thomas Petritsch stellt bereits nach dem ersten Song fest, „dass sich die lange Anreise gelohnt” habe.

Politische Töne gibt es auch. Kettcar-Sänger Marcus Wiebusch ruft vor dem Song „Sommer ‘89“: „Humanismus ist nicht verhandelbar“. Das Set seiner Band lässt mit Songs wie „Palo Alto“, „Im Taxi weinen” und auch „Landungsbrücken raus” keine Wünsche bei den Fans offen. Das Festival im übrigen auch nicht: Klein, aber oho!

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