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Nashorngeburt im Zoo

„Kleiner Prinz“ schon putzmunter

Münster

Große Freude im Zoo über Nachwuchs bei den Nashörnern: Am Wochenende wurde Kälbchen Amiri geboren. Das Jungtier ist putzmunter, die Geburt verlief laut Zoo-Kurator Dr. Dirk Wewers völlig problemlos.

Helmut P. Etzkorn

Zwei Tage nach der Geburt springt Nashörnchen Amiri bereits durch die Anlage im Allwetterzoo. Das Jungtier wiegt aktuell 60 Kilo und wird täglich drei Pfund zulegen. Das Horn wird sich erst in wenigen Wochen erkennbar herausbilden. Foto: Etzkorn

Es war so etwas wie „eine Bilderbuchgeburt“, freut sich Zoo-Kurator Dr. Dirk Wewers. Am vergangenen Samstag um kurz nach 16 Uhr brachte die 16-jährige Nashornkuh Jane ihr zweites Kälbchen „stressfrei und in ein paar Sekunden“ gesund zur Welt“, so Wewers.

Der Name steht auch schon fest und stammt aus dem nordafrikanischen Sprachraum: Das männliche Jungtier wird „Amiri“ heißen. Frei übersetzt „der kleine Prinz“, meint Zoo-Pressesprecherin Stefanie Heeke. Weil es keinerlei Komplikationen gab und die Mutter ihr Kind sofort akzeptierte, blieb die Nashornhalle auch nur bis zum Montagnachmittag für Besucher geschlossen.

„Ab sofort kann jeder unseren jüngsten Sproß besuchen“, so Heeke. der Andrang dürfte groß werden. Als Jane vor exakt vier Jahren ihr ersten Kalb Eno gebar, war das für viele Wochen ein willkommener Besuchermagnet für den Tierpark am Aasee.

Nashornareal seit Wochen überwacht

Am Freitagnachmittag fiel den Pflegern auf, dass die im 16. Monat trächtige Jane ziemlich unruhig wurde und erste Pressbewegungen machte. Schon seit Wochen lief rund um die Uhr eine Überwachungskamera im Nashornareal, weil man den häufig heiklen Zeitpunkt der Geburt auf keinen Fall verpassen wollte.

Breitmaulnashörner stark bedroht

Breitmaulnashörner sind stark von der Ausrottung bedroht. Besonders in den zurückliegenden Jahren haben die Wilderei und die Jagd auf das begehrte Nasenhorn von Spitz- und Breitmaulnashörnern speziell in der Republik Südafrika stark zugenommen. Insgesamt gibt es im Freiland weltweit nur noch 17.000 Breitmaulnashörner. „Zoologische Gärten auf der ganzen Welt leisten mit der Nashornzucht einen wertvollen Beitrag für die Erhaltung dieser Art“, so Zookurator Dr. Dirk Wewers. Nashörner gehören seit Jahrzehnten zum Tierbestand in Münster, der Zoo ist am Europäischen Erhaltungszucht Programm beteiligt. Im Zoo leben die Bullen Harry (25) und Eno (3) sowie die Kühe Jane (16) und Vicky (30), die keine Jungtiere austragen kann

„Eingreifen können wir bei den schweren Panzertieren allerdings auf keinen Fall“, so Wewers. 2011 hatte Nashornkuh Emmi ihr Jungtier mit dem Horn gegen die Wand gedrückt und getötet. Schon 2000 und 2005 brachte sie ihre Neugeborenen auf ähnliche Weise ums Leben. Lediglich Ebun konnte 2009 gerettet und per Hand groß gezogen werden.

Schon nach 20 Minuten auf den Beinen

Im Gegensatz zu Emmi, die nicht mehr in Münster ist, hat sich Jane schon bei der Geburt ihres ersten Kälbchens „wegen Unerfahrenheit zwar nervös, aber absolut friedlich verhalten“, so Werwers. Auch deshalb hatte man im Zoo keine Sorgen, dass jetzt bei der zweiten Geburt wirklich etwas schief gehen konnte. Schon nach 20 Minuten stand Amiri auf den eigenen Beinchen. das Hörnchen wächst allerdings erst in einigen Wochen.

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