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Empfindliche Strafen für Wildpinkler

Kleines Geschäft kann teuer werden

Münster

Wer, anstatt in einer öffentlichen Toilette, sein kleines Geschäft in der Öffentlichkeit verrichtet, der muss mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Sie ist mindestens so hoch wie der Preis für 100 Besuche auf der teuersten öffentlichen Toilette Münsters.

Öffentliches Urinieren, auch als „Wildpinkeln“ geläufig, ist ein Ärgernis - aber auch verboten. Foto: Stadt Münster/Amt für Kommunikation

50 Cent für die saubere Notdurft hinter geschlossenen Türen – 50 Euro für das ungenierte Urinieren gegen Hauswände: Wer bei einem „kleinen Geschäft“ die Öffentlichkeit nicht scheut, muss mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren und einer empfindlichen Strafe rechnen. Wiederholungstäter und auch -täterinnen werden laut städtischer Pressemitteilung vom Kommunalen Ordnungsdienst sogar mit dem doppelten Betrag zur Kasse gebeten.

Insbesondere an warmen Tagen und gerade dort, wo sich größere Menschenmengen sammeln, würden sich die Fälle sogenannten Wildpinkelns mehren, so die Stadt. Die kurzfristige Aufstellung von Toilettenwagen in andauernden problematischen Situationen wie jüngst am Aasee, aber auch präventiv und im Austausch mit der jeweiligen Organisation bei Großveranstaltungen, am Rosenmontag oder zum Weihnachtsmarkt habe sich bewährt.

Bußgeld sollen abschreckende Wirkung haben

Dieses „saubere Angebot“ sei allerdings nicht überall möglich. Wenn im Kneipenviertel, der Altstadt oder am Bahnhof ein größeres Aufkommen als üblich verzeichnet werde, könne die Stadt diesem Umstand nur mit einer erhöhten Präsenz des Kommunalen Ordnungsdienstes begegnen.

Buß- und Verwarnungsgelder sollen dann eine vor allem abschreckende Wirkung entfachen. Mit dem kleinen Geschäft macht die Stadt Münster eigenen Angaben zufolge aber kein allzu großes Geschäft: Im Jahresschnitt fließen lediglich zwischen 2500 und 3000 Euro ins städtische Säckel (2020: 55 Verwarnungen zu je 50 Euro, 2021: bislang 46 Verwarnungen).

16 öffentliche Toilettenanlagen im Stadtgebiet

16 öffentliche Toilettenanlagen stehen im Stadtgebiet zur Verfügung. Die Bewirtschaftung aller öffentlichen Toiletten – also die Instandhaltung und Reinigung – ist bei der Wall AG verankert. Mit ihr ist auch das Benutzungsentgelt vertraglich geregelt, dieses darf maximal 50 Cent betragen. Einige Anlagen sind weiterhin für 10 Cent oder sogar kostenfrei wie beispielsweise am Schlossplatz nutzbar. Die Toiletten auf den Wochenmärkten Geiststraße/Sentmaringer Weg und Hiltrup sind während der Marktzeiten geöffnet.

Die städtischen Toilettenanlagen werden täglich gereinigt und auf Funktionalität sowie Verbrauchsmaterialien überprüft. Dabei fangen etwaige Einnahmen allein durch Einmal-Nutzung die Kosten der Unterhaltung nicht auf. 13 dieser öffentlichen Anlagen sind barrierefrei.

Drei Fragen an Norbert Vechtel, Leiter des Ordnungsamtes Münster

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