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AfD-Chef nutzt Nazi-Propagandaplakat

Klima-Aktivistin gezielt verunglimpft

Münster

Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg in der Uniform des „Bundes Deutscher Mädel“, einer Teilorganisation der Hitlerjugend: Eine solche Fotomontage bringt dem AfD-Kreisvorsitzenden und Ratsherr Martin Schiller derzeit harsche Kritik ein.

Dirk Anger

Greta Thunberg, Klimaaktivistin aus Schweden. Foto: Daniel Bockwoldt

Jetzt hat auch die AfD in Münster eine nationalsozialistische Vorlage genutzt: Der AfD-Kreisvorsitzende und Ratsherr Martin Schiller hat auf seiner Facebook-Seite eine Fotomontage der schwedischen Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg in der Uniform des „Bundes Deutscher Mädel“ gezeigt. Der BDM war eine Teilorganisation der Hitlerjugend.

AfD-Kreisvorsitzender und -Ratsherr Martin Schiller. Foto: Matthias Ahlke

„Inakzeptabel und geschichtsrevisionistisch“

Damit habe Schiller den Nationalsozialismus verharmlost und zugleich auf unerträgliche Weise gegen die Jugendbewegung „Fridays for Future“ und deren Aktivistin Thunberg gehetzt, kritisiert die Antifaschistische Linke Münster den AfD-Politiker, der auch Europawahl-Kandidat der rechtspopulistischen Partei ist. „Die Gleichsetzung einer progressiven, internationalen Jugendbewegung mit der ‚Hitlerjugend‘ ist inakzeptabel und geschichtsrevisionistisch.“

Ein bisschen überzogen

Schiller hat das Foto inzwischen auf seiner Facebook-Seite gelöscht, wie er sagt. Der Hype um Thunberg erinnere ihn aber an finsterste Zeiten, erklärte er auf Nachfrage. In den heutigen Klimaprotesten sieht er eine Instrumentalisierung der Jugend. Das Plakat sei aber ein bisschen überzogen gewesen, sagt der AfD-Chef. Er sei eh nicht so ein Freund von Nazi-Vergleichen. Das Bild auf dem Plakat hätte aber auch aus den 50er-Jahren in der DDR stammen können, meint der Politiker.

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