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„Coconut Beach“ öffnet am Himmelfahrtstag

Kreativ durch die Corona-Krise

Münster

Vertreter der münsterischen Konzert- und Clubszene trafen am Mittwochnachmittag mit OB Markus Lewe zusammen. Dieser betonte, dass er hinter der Clubszene stehe: Sie sei wichtig für die Stadt.

Martin Kalitschke

Konzertveranstalter und Clubbetreiber sprachen am Mittwochnachmittag mit Oberbürgermeister Lewe über ihre Situation. Foto: Matthias Ahlke

Knapp drei Wochen sind vergangen, seit das „Club-Komitee“ zum ersten Mal Alarm schlug: Die Situation sei dramatisch, Existenzen seien bedroht, stellten damals die münsterischen Konzertveranstalter und Clubbetreiber klar. Seitdem ist vieles passiert, Geschäfte dürfen ebenso wieder öffnen wie Cafés und Restaurants. Für die Clubszene gibt es allerdings nach wie vor keine Perspektive.

Am Mittwoch schilderten die rund 20 Mitglieder des „Club-Komitees“ Oberbürgermeister Markus Lewe ihre aktuelle Situation. „Wir sind in massiven Nöten“, so Christian Huys vom „Hot Jazz Club“. Er stehe hinter der Clubszene, stellte Lewe klar – sie sei für Münster von großer Bedeutung.

Konzerte an anderen Stellen der Stadt denkbar

Allein mit Sympathiebekundungen ist es freilich nicht getan. Die Szene-Vertreter präsentierten daher eine Reihe von Vorschlägen, wie sich ihre Situation zumindest ein wenig verbessern ließe. Tom Naber vom Konzertveranstalter Kingstar organisiert das „Vainstream Festival“ am Hawerkamp. Investitionen in die Infrastruktur des Geländes neben der Halle Münsterland hätten zur Folge, dass die Kosten für Veranstaltungen deutlich sinken würden, sagt Naber. An- und Abbau wären weniger aufwendig, auch andere Veranstalter würden profitieren.

Konzerte seien in Zukunft aber auch an anderen Stellen in der Stadt denkbar, betont das Clubkomitee. Warum nicht ein Jazz-Konzert auf dem Domplatz oder ein Top-DJ am Juridicum, natürlich unter Beachtung der Anti-Corona-Regeln? Konzertveranstalter und Clubbetreiber würden sich freuen, wenn ihnen die Besitzer solcher Plätze, nicht selten die Stadt Münster, entgegenkämen, betont Huys. Fast genauso wichtig: „Wir brauchen für unsere Belange einen direkten Ansprechpartner bei der Stadt.“ Bislang hätten Veranstalter nicht selten eine Odyssee durch die Stadtverwaltung absolvieren müssen.

Kreatives Konzept am Himmelfahrtstag

Nach Geld vom Staat will die Szene nicht reflexartig rufen. Stattdessen will sie an Konzepten arbeiten, die in die Zukunft weisen. Die aktuellen Verordnungen schränken ihren Bewegungsrahmen freilich drastisch ein – und eine durchgreifende Rückkehr zur Normalität ist aktuell (noch) nicht in Sicht.

Mit einem kreativen Konzept geht am Himmelfahrtstag der „Coconut Beach“ im Stadthafen 2 an den Start. 100 Gäste dürfen nach den geltenden Regeln dabei sein, wenn DJ-Größe Gerd Janson auflegt. Sie können an festen Tischen trinken und essen – und einzeln, mit Mundschutz, in kleinen Sand­kreisen tanzen. Diese haben 70 Zentimeter Durchmesser, sind mit Kunstrasen ausgelegt und eineinhalb Meter voneinander entfernt. „Ein kleiner Hoffnungsschimmer“, sagt Betreiber Thomas Pieper.

Die Karten seien innerhalb von 15 Minuten ausverkauft gewesen, das Ordnungsamt habe zugestimmt. „Der DJ verzichtet auf den größten Teil der Gage. Sollten demnächst 250 bis 300 Gäste erlaubt sein, dann könnte das was werden.“ Die nächste Veranstaltung ist Pfingsten geplant – wieder am Beach, doch auch anderswo in der Stadt kann sich Pieper „Tanzkreise“ gut vorstellen. „Wenn wir kreativ sind, dann kann uns das retten“, sagt er stellvertretend für die Clubszene.

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