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Sexueller Kindesmissbrauch

Kripo Münster ist für alle Fälle im Münsterland zuständig

Münster

Bislang waren in Nordrhein-Westfalen die Kreispolizeibehörden für Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs zuständig. Innenminister Herbert Reul hat angekündigt, dass sich das jetzt ändern soll.

Christian Althoff

Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, sitzt bei einer Pressekonferenz. Foto: Marius Becker/dpa

Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs werden in NRW vom 1. September an nicht mehr in den 46 Kreispolizeibehörden bearbeitet, sondern ausschließlich von den 16 sogenannten Kriminalhauptstellen. Für das Polizeipräsidium Münster bedeutet das, dass es jetzt für alle Missbrauchsermittlungen in den Kreisen Borken, Steinfurt, Coesfeld und Warendorf sowie für das Stadtgebiet Münster zuständig ist – wie das bisher auch schon für Tötungsdelikte vorgeschrieben war.

„Kindesmissbrauch wie Mord“

„Für mich ist Kindesmissbrauch wie Mord“, sagt NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Denn Missbrauch beende oft das Leben von Kindern – nicht körperlich, aber seelisch. Im vergangenen Jahr wurden in NRW 2805 Verfahren eingeleitet, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Und in Sachen „Kinderpornografie” betrug die Zunahme sogar 67 Prozent.

Deshalb setzt das nordrhein-westfälische Innenministerium den 2019 eingeschlagenen Kurs, diese Ermittlungen zu einem Schwerpunkt der Kripoarbeit zu machen, mit der Neuorganisation der Zuständigkeiten fort.

Missbrauchsfall von Lügde als Auslöser

Reul hatte die Notwendigkeit nach dem Missbrauchsfall Lügde erkannt, der für den jahrelangen, hundertfachen Missbrauch von mehr als 30 Kindern steht, aber auch für Pannen bei  Polizei und  Jugendämtern.

Sexualdelikte gegen Erwachsene werden weiter in den Kreispolizeibehörden bearbeitet.

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