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Münsterische Weihnachten in den 50er Jahren

Als es noch das Staunen gab

Münster

Adventszeit und Weihnachten im Münster der 50er Jahre. Als es das Café Schucan noch gab und das Fernsehen nur einen Sender hatte. Volker Ladenthin blickt zurück in eine Welt voller Regeln, Verboten und Erwartungen.

Volker Ladenthin

Auto und Eisenbahn machten große Augen vor dem Schaufenster der Firma „Brinkmann“ am Prinzipalmarkt (l.). Gemessen am Einkommen waren Modelleisenbahnen ausgesprochen teuer. Eine Dampflokomotive kostete 50 Mark, viel Geld für den noch nicht durch Weihnachtsgeld verwöhnten Arbeitnehmer. Bei Schucan (o.r.) traf man sich nicht nur, man kaufte auch weihnachtliches Gebäck. Der schlesische Fernmeldehandwerker Klaus Cieslak (o. M.) wachte im Schaltraum im 12. Stockwerk des Fernmeldeturmes an der Wolbecker Straße über seine Monitore, damit die Automatik reibungslos funktionierte. Und damals war „viel mehr Lametta“. Die erste Tagesschau startete offiziell am 26. Dezember 1952. Foto: Stadtmuseum/Sammlung Hänscheid

"Tauet Himmel den Gerechten!" Bei der Liedzeile hatte man gleich was zum Nachdenken. Vier Wochen lang gehörte das Lied zur Tonspur der Adventszeit: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, nie gelernt, und doch konnte ich es bald in der Überwasserkirche mitsingen – aber wieso „die“ Tor? Das ganze Jahr freute ich mich auf diese Adventslieder, nur war dann alles nach vier Wochen wieder vorbei, und man musste dann so unendlich lange auf diese geheimnisvollen und nie abgenutzten Lieder warten. Genau so auf die Weihnachtslieder, die man keinesfalls zu anderen Jahreszeiten singen oder auch nur summen durfte.

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