1. www.wn.de
  2. >
  3. Muenster
  4. >
  5. Kultur
  6. >
  7. Atlantische Lausbuben: „Max and Maurice“

  8. >

Peter Würfel stöbert amerikanische Wilhelm-Busch-Ausgaben auf

Atlantische Lausbuben: „Max and Maurice“

Münster

Max und Moritz, diese beiden . . . erblickten 1865 das Licht der Welt. Und schon 1871 erschien eine Übersetzung von Wilhelm Buschs Lausbubengeschichte in den USA. Der münsterische Sammler Peter Würfel hat sie aufgespürt.

Von Lukas Speckmann

Vor Peter Würfel liegt die amerikanische Erstausgabe von „Max and Maurice“ aus dem Jahr 1871 – die er am Wochenende als Teil seiner Wilhelm-Busch-Sammlung in Hofgeismar zeigt. Foto: spe

Peter Würfel entgeht nichts, was mit Wilhelm Busch (1832-1908) zu tun hat. Vor einiger Zeit stieß er im Katalog eines amerikanischen Antiquariats auf eine seltene Prägepostkarte. Das Motiv kam ihm natürlich bekannt vor: die Lausbubenvisagen von Max und Moritz. Aber was machen die beiden Streichmeister des deutschen Bürgertums auf einer amerikanischen Postkarte des Jahres 1905?

Der Wolbecker forschte nach. Die älteste englische Übersetzung von „Max und Moritz“, die er auftreiben konnte, stammte von 1949. Könnte es sein, dass die Amerikaner schneller waren?

Amerikanische Erstausgabe von 1871

Treffer. Ein gediegener Übersetzer namens Charles T. Brooks hatte eine amerikanische Fassung „Max and Maurice“ schon 1871 in Boston herausgebracht, nur wenige Jahre nach der deutschen Erstveröffentlichung. Peter Würfel trieb ein Exemplar auf; auch eines der zweiten Auflage von 1889 und eines der dritten Auflage von 1902, die komplett auf rotem Papier gedruckt worden war. „Das sind echte Raritäten“, sagt Peter Würfel stolz, „ich kenne keinen Sammler, der so etwas hat.“

Der frühere Lehrer Peter Würfel ist leidenschaftlicher Philatelist und hat sich in dieser Eigenschaft auf Wilhelm Busch spezialisiert – nicht zuletzt inspiriert von Wilhelm Buschs Kontakten nach Münster zur „Lieblingsnichte“ Grete Meyer. Peter Würfel verfügt nach eigener Einschätzung über eine der größten Busch-Sammlungen an Briefmarken und postalischen Belegen weltweit. In Sammlerkreisen hat er einige seiner Schätze schon gezeigt: In der Stadthalle Hofgeismar präsentiert er an diesem Wochenende große Teile seiner Sammlung bei der „Märchenposta 21“ – als Kernstück die 150 Jahre alte amerikanische Übersetzung. Peter würfel weist mit seinen Exponaten nach, welch großen Einfluss Busch auf die Entstehung der amerikanischen Comic-Kultur um 1900 hatte, die von deutschstämmigen Künstlern geprägt war.

Die Ausstellung bleibt für einige Zeit als Leihgabe im Stadtmuseum Hofgeismar. Sollte sich das Stadtmuseum Münster für eine Ausstellung interessieren, hätte Peter Würfel nichts dagegen einzuwenden . . .

Startseite