1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Kultur
  6. >
  7. Barocke Perlen bringen Glanz in düstere Zeiten

  8. >

Amsterdamer „Ensemble Odyssee“ eröffnet das Summerwinds-Festival im Münsterland

Barocke Perlen bringen Glanz in düstere Zeiten

Münster

Das Musikfestival „summerwinds“ läuft. Den Auftakt gab es am Wochenende mit dem fabelhaften „Ensemble Odyssee“. Da waren allerlei barocke Perlen zu hören.

Von Arndt Zinkant

Phänomenale Musikerinnen und Musiker vereint das „Ensemble Odyssee“ aus Amsterdam. Foto: Zinkant

Dass das Wort „Blockbuster“ nicht nur für klotzendes Hollywood-Kino steht, wissen die Freunde des Festivals „summerwinds“ schon länger. Wie in den Vorjahren trumpfte das Festival im Zeichen der Holzblasinstrumente mit einem Eröffnungswochenende auf, das im Zeichen der Blockflöte stand. So auch beim Premierenkonzert in der Apostelkirche, wo das Amsterdamer „Ensemble Odyssee“ barocke Perlen erstrahlen ließ. Ein Originalklang-Ensemble, das neun Instrumentalisten umfasst – der Star der Gruppe war hier die Blockflöten-Virtuosin Anna Stegmann. Sie begeisterte mit musikalischen Leuchtraketen von Telemann und Co. und hatte außerdem nicht nur familiäre Bindungen zu Münster, sondern auch zum Ort des Konzertabends, der Apostelkirche: Ihr Urgroßvater sei dort einst Küster gewesen, verriet sie dem Publikum.

50 Konzerte stehen in den kommenden „Summerwinds“-Wochen an; sowohl Regierungspräsidentin Dorothee Feller (als Schirmherrin) wie auch Dr. Susanne Schulte von der veranstaltenden Gesellschaft zur Förderung der westfälischen Kulturarbeit schlugen in ihrer Begrüßung nachdenkliche Töne an. Töne, die die düsteren politischen Wolken in Zeiten des Krieges der positiven Kraft der Musik gegenüberstellten. Der feierliche Duktus der Barockmusik passte dazu; der Klang von „Odyssee“ nicht minder. Da schwoll das Musizieren des kleinen Ensembles immer wieder zu orchestraler Klangfülle. Das scharfkantige Phrasieren, das manch andere, vergleichbare Ensembles hören lassen, war nicht die Sache von Odyssee – weiche Sinnlichkeit war meist Trumpf. Dafür bürgte die einleitende Telemann-Suite in e-Moll, die wunderbar süffig vorüberzog. Mit Anna Stegmann an der Blockflöte wie auch Kollege Georg Fritz, der zwischen Flöte und Oboe wechselte. Letztere allerdings konnte sich in Bachs Doppelkonzert BWV 1060a nicht so recht gegen die Streicher durchsetzen. Besser gelang das vierte Brandenburgische Konzert, das hier in einer kleineren Besetzung und in F-Dur daherkam.

Wie auch immer: Jeder „Blockbuster“ hat einen Star, und hier war es Anna Stegmanns Blockflöte. Insbesondere im C-Dur-Konzert von Telemann (Stegmann: „Zuckersüß!“) spielte die Musikerin hochvirtuose Girlanden aus Trillern und Läufen, die nicht nur die Herzen von Barockfans höher schlagen ließen.

Startseite
ANZEIGE