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„Lamberti Scholaris“

Da wächst ein tolles Ensemble heran

Münster

Ein Studienprojekt hat – mitten in der Corona-Pandemie – junge Sängerinnen und Sänger zusammengeführt. Ihr Auftritt in der Lambertikirche überzeugte.

Von Chr. Schulte im Walde

Das Ensemble „Lamberti Scholaris“ überzeugte beim Konzert in der Lambertikirche. Foto: Christoph Schulte im Walde

Mucksmäuschenstill war es in der Lamberti-Kirche, als vorn vom Altar aus die zarten, sich aneinander reibenden Klänge des „Kyrie“ durch den Raum schwebten. Mit ihnen begann Knut Nystedts „Missa brevis“, Zentrum des Konzertes, mit dem sich am Freitag die „Lamberti Scholars“ präsentierten. Je vier junge Damen und Herren arbeiten seit Oktober 2020 an und mit ihren Stimmen im Rahmen eines Stipendienprojektes, das von der Lamberti-Stiftung sowie den Familienstiftungen Heerde und von Detten getragen wird.

Aber was heißt in Corona-Zeiten arbeiten? So richtig gemeinsam proben konnten die „Lamberti Scholars“ unter Leitung von Alexander Toepper erst seit März. Um so erstaunlicher, was in dieser kurzen Zeit an phänomenal gutem Chorklang entstanden ist. Da gab es die mitunter herben Töne der Nystedt-Messe, bei denen es auf hochpräzises Hören und natürlich auf sauberes Singen ankommt. Oder das filigran gewobene „Jubilate Deo“ von Giovanni Gabrieli, mit dem die wichtige Epoche des italienischen Frühbarock vertreten war. Toepper und sein Vokal-Oktett machten daraus ein sehr lebendiges, schwingendes Gotteslob, das kompliziert umzusetzen ist.

Romantisches Repertoire

Auch im romantischen Repertoire fühlen sich die jungen Sängerinnen und Sänger im Alter von 18 bis 26 Jahren pudelwohl: satt und süffig in Charles Hubert H. Parrys „My soul“, andächtig im chromatisch verschlungenen „Agnus Dei“ aus der Feder von Max Reger.

Jedes Ensemblemitglied der „Lamberti Scholars“ ist beides: sowohl Teil eines großen Ganzen als auch Solist. Exemplarisch ablesbar an Johannes Brahms und seinen „Fest- und Gedenksprüchen“ für zwei vierstimmige Chöre. Auch hier galt es, rhythmische und klangliche Klippen zu umschiffen.

Da wächst ein tolles Ensemble heran, das mit schäumendem Applaus belohnt wurde. Nach der Sommerpause beginnt für dieses Pilotprojekt das zweite Semester, während sich zeitgleich eine neue Gruppe bildet. Sechs neue Stipendien werden vergeben, für die sich Interessierte im Alter von 18 bis 28 Jahren bis zum 15. Juli bewerben können.

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