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Japanische Lackkunst aus der Zeit von 1890 bis 1950 glänzt in Münster

Dosen, Kästchen und Schatullen

Münster

Das Museum für Lackkunst in Münster startet nach einer langen Coronapause neu durch. Es zeigt japanische Lackkunst aus der Zeit von 1890 bis 1950. Und liefert glänzende Exponate.

Von Johannes Loy

Detailansicht einer kaiserlichen Geschenkdose von Akatsuka Jitoku (1871–1936) mit einem Dekor von blühendem Enzian.Enzian. Foto: Museum für Lackkunst

Münsters Museum für Lackkunst ist aus dem durch Corona erzwungenen Dornröschenschlaf erwacht. Direktorin Dr. Gudrun Bühl zeigt sich erleichtert darüber, mit der Sonderausstellung „Breaking out of Tradition“ die Souterrain-Räume in der Villa an der Windthorststraße wieder fein bespielen zu können. Schatullen, Dosen, Teller und Schreibkästen in edelster Form finden sich hier und gewähren einen geradezu meditativen Blick auf die Perfektionierung japanischer Lackkunst im Zeitraum zwischen 1890 bis 1950.

Eigentlich sollte diese Schau, die der niederländische Lackkunstexperte und Sammler Jan Dees kuratiert hat, bereits Anfang April 2020 gezeigt werden, doch dann kam die Pandemie dazwischen. Um so größer die Freude bei den Sammlern Jan Dees und René van der Star, den privaten Hauptleihgebern, dass ihre Preziosen nun endlich dem Publikum präsentiert werden können. Nach Münster wird die Schau im Sommer 2022 unter dem Titel „Japans Lak“ im Rijksmuseum in Amsterdam zu sehen sein, was die Einzigartigkeit und den Wert der Exponate unterstreicht.

Die 60 Objekte, wegen ihrer Empfindlichkeit behutsam in Szene gesetzt und zart beleuchtet, repräsentieren eine Zeit des Umbruchs in der japanischen Lackkunst. Zwischen 1890 und 1950 durchliefen Lackkünstler auf der Suche nach einer modernen Identität und Ausdrucksweise bahnbrechende Entwicklungen und Veränderungen. Von großer Bedeutung waren dabei innovative Techniken und Experimente mit unterschiedlichen Materialien sowie neuartigen Pigmenten, wie Museumsleiterin Dr. Gudrun Bühl erläutert.

Die Ausstellung „Breaking out of Tradition“ lässt den Besucher die bahnbrechenden Entwicklungen der Lackkunst Japans in der Zeit des ausgehenden 19. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts beim Rundgang chronologisch nachempfinden. Das war zugleich eine Epoche, die von politischen und kulturellen Umbrüchen geprägt war: traditionelle Werte und moderne, vielfach aus dem Westen kommende Strömungen standen einander gegenüber.

Der Schreibkasten trägt den Titel „Asiatic Dayflower“ und entstand 1940. Gestaltet hat ihn der Künstler Furuyama Eiji (1889–1969) Foto: Museum für Lackkunst
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