1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Kultur
  6. >
  7. Ein Kunststück auf dem Seil

  8. >

Fröhlicher Auftakt der Reihe „Roter Hund“ mit „Monsieur“

Ein Kunststück auf dem Seil

Münster

Die Clownerie von „Monsieur“ bildete am Sonntag den Auftakt der dreiteiligen Sommer-Reihe „Roter Hund“. Auch an den nächsten Sonntagen ist für gute Unterhaltung auf dem Gelände des Alten Zoos gesorgt.

Von Andreas Hasenkamp

„Monsieur“ (Andreas Grund) ist zu allerlei Kunststückchen und Scherzen aufgelegt. Das Publikum freut sich in allen Altersstufen. Foto: Andreas Hasenkamp

Ein Mann in seltsamer schwarzer Hose spaziert eher beiläufig, fast gelangweilt über den Rasen – und dennoch verfolgen 150 bis 200 Menschen, kleine und große, das Geschehen. Die Clownerie von „Monsieur“ bildete am Sonntag den Auftakt der dreiteiligen Sommer-Reihe „Roter Hund“.

Was die Augen auf ihn zieht, ist vielleicht die Frisur, das Schwarze unter den Augen, vielleicht die schwarze Leiter, das Klavierspiel, sicher auch der Stoffhund, den er mit einer Art Spazierstock mit sich führt. Das erste Kunststück präsentier dieser Hund: Er springt mannshoch durch einen Reifen. Die weitere Akrobatik und Komik liefern wesentlich die Zuschauer, nicht zuletzt die Erwachsenen.

Nur ein Seil und zwei Leiter-Teile hat Monsieur: Darüber kann sicher niemand spazieren und dabei jonglieren, wie soll das auf dem Rasen gehen? Es geht, mit sechs starken Zuschauern! Und es geht wortlos. Nur das Klavierspiel von Nora Born erklingt. „Monsieur“ zeigt, was er erwartet von Jungs, Mädchen und Erwachsenen. Gemeinsam schaffen sie den Seilakt.

Der künstlerische Leiter des „Roten Hunds“, Bart Hogenboom, kündigt die weiteren Veranstaltungen der Reihe an, die an den nächsten zwei Sonntagen, jeweils um 11 und 16 Uhr, bei freiem Eintritt stattfinden. Am 3. Juli müssen die „drei kleinen Schweinchen“ der „Artisanen“ aus Berlin mit einem gewitzten Wolf klarkommen, dann, am 10. Juli, jongliert „Hippana.Maleta“.

2020 war die beliebte Reihe ausgefallen, 2021 fand sie unter Corona-Bedingungen mit etwas weniger Besuchern statt, nun war fast alles beim Alten, freute sich Hogenboom. Auch „Monsieur“ alias Andreas Grund und seine Pianistin freuten sich, auch wenn sie die Veranstaltungsausfälle gut verkraftet hätten in ihrer Heimat, der Lausitz. In ihrem Tour-Bus ziehen sie weiter – zahlreiche Auftritte von Werne bis St. Pölten in Österreich warten auf sie. Kultur für jede Klasse, jedes Portemonnaie, das gehe heute leider verloren. Grund merkt noch an, es handle sich im Grunde um Clownerie für Erwachsene – für Kinder gebe es schon so viel. „Wenn es bunt gemischt ist, funktioniert das hervorragend.“ Gerade hatten zwei ältere Damen gegenüber Hogenboom ihre Wertschätzung für die Reihe kundgetan. „Ich komme immer mit meinem inneren Kind und hole nach, was ich in meiner Kindheit nicht hatte.“ Ein feines Kompliment.

Startseite
ANZEIGE