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Trauer um Musikwissenschaftler und Regisseur Peter P. Pachl

Er hob viele Schätze der Oper

Berlin/Münster

Der Musikwissenschaftler und Regisseur Peter P. Pachl ist gestorben. Er war auch mit Münster verbunden. Ein Nachruf.

Von Chr. Schulte im Walde

Peter P. Pachl (1953-2021) Foto: privat

Er war so etwas wie ein „Enfant terrible“ des Musiktheaters, der sich Zeit seines Lebens eingesetzt hat für Opern, die kaum oder noch nie gespielt wurden, der wie ein Archäologe nach vergessenem Repertoire gesucht und es so oft gefunden hat: Peter P. Pachl, 1953 in Bayreuth geboren und musikalisch bei den Regensburger Domspatzen aufgewachsen, gründete vor über vierzig Jahren sein eigenes „Pianopianissimo“-Theater, um ganz unabhängig seine Detektiv-Arbeit mit Gleichgesinnten auf der Bühne umsetzen zu können.

Sein jüngstes Projekt, Anton Urspruchs Oper „Die heilige Cäcilia“, wurde am vergangenen Wochenende im LWL-Museum Henrichshütte in Hattingen uraufgeführt. Peter P. Pachl selbst konnte sie nicht mehr erleben. Er starb überraschend am 15. November in einer Bochumer Klinik, mitten in der Arbeit an der „Cäcilia“.

Anton Urspruch, der 1907 verstorbene, dann lange vergessene Komponist und Schüler von Franz Liszt, lag Pachl in den letzten Jahren besonders am Herzen und er hielt engen Kontakt zur in Münster ansässigen Urspruch-Gesellschaft. Darüber hinaus arbeitete Pachl als Regisseur an diversen Theatern, machte als Musikwissenschaftler mit etlichen Publikationen auf sich aufmerksam, unterrichtete an verschiedenen Hochschulen und war ein gefragter Journalist, dessen Rezensionen stets von Sachlichkeit und enormer Kenntnis geprägt waren.

Schier unerschöpfliches Wissen um das Opernrepertoire steckte in ihm, aber auch viel Energie und Rastlosigkeit, mit der er seine eigenen Theater-Projekte vor­antrieb und diese trotz oft widriger Umstände fast immer zu einem guten Ende brachte. „Das Unmögliche möglich machen“ – so seine Devise, die dem interessierten Publikum über Jahrzehnte hinweg einen spannenden Einblick bescherte in das, was auf den Brettern, die die Welt bedeuten, abseits des Gewohnten geschieht. Nun hat er sie selbst verlassen müssen.

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