1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Kultur
  6. >
  7. G7-Treffen: Diplomatensprache zwischen Verklausulierung und Provokation

  8. >

G7-Treffen

Diplomatensprache zwischen Verklausulierung und Provokation

Münster

Was sagen Diplomaten? Und was meinen sie dann? Wir blicken anlässlich des G7-Treffens auf besondere Repräsentanten auf dem diplomatischen Parkett, das schnell mal glatt werden kann.

Als Meister diplomatischer Wortverdreherei und des Opportunismus galt der französische Staatsmann und Diplomat Charles Maurice de Talleyrand (1754-1838). Henry Kissinger spielte in der Außenpolitik der USA zwischen 1969 und 1977 eine zentrale Rolle und erhielt den Friedensnobelpreis. Der Ukraine-Botschafter Andrij Melnyk trat zuletzt undiplomatisch auf, um Deutschland für die Not der Ukraine wachzurütteln. Der russische Außenminister Sergej Lawrow lügt und polarisiert. Guido Westerwelle wollte nicht so gerne Englisch sprechen. Außenminister Hans-Dietrich Genscher und sein sowjetischer Amtskollege Eduard Schewardnadse, hier mit Münsters Oberbürgermeister Jörg Twenhöven 1990 im Friedenssaal, waren Mitarchitekten der deutschen Wiedervereinigung. Foto: Imago/Oliver Werner/dpa

Im September 2009 zog Guido Westerwelle, designierter Außenminister der neuen schwarz-gelben Koalition, den Spott englischsprachiger Medien auf sich. Auf der ersten Pressekonferenz nach dem Wahlsieg hatte sich Westerwelle geweigert, einem Reporter der BBC die Leitlinien künftiger deutscher Außenpolitik auf Englisch zu erläutern. „Wir sind hier in Deutschland“, entgegnete Westerwelle mit verkniffenem Grinsen. Da werde nun mal Deutsch gesprochen.

Jetzt Angebot wählen und direkt weiterlesen!