1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Kultur
  6. >
  7. Gespenster mit Seifenallergie

  8. >

Passend zu Halloween: „Grusical“ von Liedermacherin Corinna Bilke

Gespenster mit Seifenallergie

Münster

Passend zu Halloween hat Liedermacherin Corinna Bilke aus Münster ein launiges Grusical produziert – mit dabei sind Prominente von Christoph Tiemann bis zu den Donots.

Von Peter Sauer

Illustrator Max Fiedler hat für das Wimmelbildheft der „Grusical“-CD Figuren gezeichnet – hier die Donots als Gespenster. Foto: Max Fiedler

Mira ist zwar nur ein kleines Mädchen aus einem kleinen Dorf. Aber ihr Mut und ihre Tatkraft sind dafür umso größer. Sie verirrt sich auf das sagenumwobene Schloss Schleimstein der miesepetrigen Miss Mary, um schnell herauszufinden: hinter den dicken Mauern und quietschenden Türen spukt es nicht nur, nein, es gibt auch so manches Geheimnis zu lüften.

Passend zu Halloween erzählt und singt Liedermacherin Corinna Bilke aus Münster Miras Abenteuer mit klarer und präsenter Stimme sowie gutem Timing in ihrem Musikhörspiel „Gru, Gru, Gruselig – Das verfluchte Schloss“: „Ein Schritt vor und zurück. Die Gruselfinger wippen mit“ – das geht gut in die Beine. Erfrischend ist der Sound, der viele Stile mit einbezieht, auch jene, die man bei CDs für Kinder eher selten hört wie Jazz, Swing oder Funk, und der ungewöhnliche Cast. Insgesamt 13 Künstler singen und spielen sich gut gelaunt durch die 60 Minuten, darunter Schauspielerin Gabriele Brüning (als grantige Schlossherrin), Kabarettist Christoph Tiemann (als quirlig-witzige Mini-Fledermaus Alfled („Ok das war eklig, aber jetzt duftet der Gestank.“), Sängerin Alin Coen (als aufgeweckt-moderne Hexana) und die Alternativ-Rocker Donots. „Es war wirklich ein Traum für mich, mein Grusical mit ganz vielen Künstlern zu machen“, sagt Corinna Bilke, die auch Regie führte. „Die Pandemie-Zeit ermöglichte die bunte Besetzung, da die Künstler damals nicht auftreten konnten.“

„Nie wieder duschen.“

Das große Talent von Corinna Bilke liegt darin, dass sie mit ihren generationsübergreifenden Songs nicht nur Kinder im Kita- und Grundschulalter anspricht, sondern auch Erwachsene. Sie trifft die Sprache der Kinder und weckt gleichzeitig die Neugier der Erwachsenen. Miras abenteuerliche Schauergeschichte schafft sinnbildlich Respekt für Gespenster und Vampire, also für Nichtnormalos, da sie hinter ihrer gruseligen Schale liebenswert oder lustig sein können. Bestes Beispiel sind die Donots. Sie begeistern als skurriles Gespenster-Quintett mit ausgeprägter Seifenallergie („Nie wieder duschen.“). Sie lieben Dreck, Schleim und Staub und finden sich zudem im begleitenden Wimmelbildheft, in dem Animationszeichner Max Fiedler alle Figuren vorstellt.

Das Cover der Hörspiel-CD von Corinna Bilke. Gezeichnet von Max Fiedler Foto: Nils Liebich

Ohrwürmer

Im Ohr bleiben Bilkes Mutmacher-Songs, wie „Gru Gru Gruselig“: „Lebe Deinen Traum, fühl’ dich frei und lass’ dich nicht verbiegen“. Er beschreibt treffend den couragierten Einsatz der kleinen Heldin Mira als Sinnbild für diese krisengeschüttelte Zeit. So wirkt das Grusical auch über Halloween hinaus: als perfekter Soundtrack, um die eigene Freiheit zum Kompass des Lebens zu machen.

Startseite