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„Bluesanovas“ aus Münster

Hörgenuss öffnet das Herz

Münster

Erst Eric Clapton und direkt danach ins Studio: An nur einem Tag nahmen die „Bluesanovas“ ihr neues Album auf.

Von Peter Sauer

Aufgenommen an nur einem Tag: „The Bluesanovas“ aus Münster (Mehrfach-Gewinner der „German Blues Awards“ und Semi-Finalist der „IBC“ in Memphis 2020) haben mit „The Moonshine Record“ ein neues Album veröffentlicht. Foto: www.paulpopanda.de

Authentizität ist ein Markenzeichen der Band „The Bluesanovas“ aus Münster. Für ihren mitreißenden Blues & Boogie im Retro-Stil gab es Auszeichnungen und im Sommer den Ritterschlag, im Vorprogramm von Eric Clapton bei seiner Stadiontour spielen zu dürfen. Aus diesen unvergesslichen Eindrücken entstand das neue Album „The Moonshine Record“, dass „The Bluesanovas“ jetzt auf Vinyl (mit Bonus-CD) veröffentlicht haben.

Zwischen den Stadionkonzerten als Anheizer für „Slowhand“ Clapton schlossen sich die fünf jungen Musiker für lediglich einen Tag ins Vintagestudio Moon­shine Records bei München ein. „Gesang und Instrumente, alles in einem Raum, haben wir direkt auf Band aufgenommen, ganz ohne Overdubs. Und das in einem Studio, wo die neueste Technik aus den 1960er Jahren stammt“, erläutert Gitarrist Filipe Henrique im Gespräch mit dieser Zeitung den Charme der Produktion: „Während wir auf der Clapton-Tour vor 20 000 Menschen auf riesigen Bühnen mit extremer Stadion-Lautstärke gespielt haben, spielten wir das Album in einem Raum mit nur fünf Mikros in Zimmerlautstärke ein.“

Erfolgsrezept

Derart auf das Wesentliche konzentriert, entfalten die selbstkomponierten Songs über gute und schlechte Erfahrungen im Leben (mal autobiografisch / mal fiktiv) den Zauber des einmaligen Augenblicks. Man hat das Gefühl, bei dieser aus dem Bauch heraus präzise und atmosphärisch-dicht eingespielten Studiosession selbst dabei zu sein. Erst tanzt der Blues in den Ohren, dann in den Beinen. Und Balladen wie „Devil’s Mule“ und „Bottoms Up“ mit perlenden Honky-Tonk-Piano-Soli (Nico Dreier) und dem leidenschaftlich-innigen Gesang von Storyteller Melvin Schulz öffnen das Herz. Der Blues atmet in jeder Pore. Gerade in Zeiten trickreich überproduzierter Alben ist diese coole Direktheit der „Bluesanovas“ ein wahrer Hörgenuss.

Besonderer Anspieltipp ist „Skinny Honey“ mit gut Dampf und einem exzellenten flinken wie relaxten Gitarrensoli von Filipe Henrique. Was ist sein Erfolgsrezept? „Blues ist Leistungssport. Ich spiele täglich und halte mich dadurch fit“, sagt Henrique: „Hauptsache alles entspannt und locker halten.“ Manchmal belohnt er sich danach mit alkoholfreiem Weizenbier. Die Mischung macht’s. „The Bluesanovas“ zeigen mit „The Moonshine Record“, dass der Blues 2022 lebendiger denn je ist, denn sie spüren seine Seele auf und geben diese Magie pur an die Hörer weiter.

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