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Adam-Riese-Show im Pumpenhaus mit Henning Venske

Jongleur-Selfie mit dem Publikum

Münster

Wenn Adam Riese, Berufsmünsteraner mit Leib und Seele, auf sein Show-Sofa bittet, sind Lobeshymnen auf unsere Stadt die Regel. Bis einer kommt, der lustvoll dagegen verstößt. So wie Henning Venske am Sonntagabend, als die Riese-Show einmal mehr ausverkauft war. Venske gab sich gut gelaunt – nichtsdestoweniger aber als „Grumpy Old Man“ des deutschen Kabaretts, der die Pointen unterm eisgrauen Schnauzbart süffisant hervorknurrte.

Arndt Zinkant

Der Meister-Jongleur Martin Mall (unten) machte ein Selfie von sich und dem Publikum, in dem er die Kamera auf einem Stock auf seiner Stirn balancierte und auslöste. Foto: Martin Mall

Nein, als er kurz vor dem Abitur Ende der 50er Jahre von Minden hierher verpflanzt wurde, hat er die Stadt „einfach nur gehasst“. Vom Kirchturm bis zum stadtbekannten Kerzengeschäft konnte der „schlimme Atheist“ (Venske über Venske) sich nicht für Münster erwärmen. Dass er das Schiller-Gymnasium, wo der Oberschulrats-Sohn zunächst durchs Abi rasselte, „Schiller-Theater“ nannte, war der Versprecher des Abends. Das Publikum johlte.

Moderator Riese musste nur kurz antippen: Die Beatles live, 1966? „Ein Dorfkonzert“, raunzte der Stones-Fan Venske. Sein Sesamstraßen-Job mit den legendären Puppen Samson und Tiffy? „Nylonaffe und Tüllmeise.“ Aber vereinzelt war dem heiteren Grantler doch Stolz anzumerken: Nämlich auf seine Zeit bei der Münchner Lach- und Schießgesellschaft mit Jochen Busse in den 80er Jahren. Auch wenn ihn der legendäre Haus-Autor Klaus-Peter Schreiner zunächst nur wegen des Fußballteams „FC Schmiere“ dort haben wollte.

Show-Assistentin Isabelle wurde an diesem Abend von „Herrn Özdemir“ vertreten, der türkischen Tee kredenzte und deutsche Volkslieder orientalisch verbrämte – und Herr Venske musste raten. Ansonsten gab es noch mehr Musik als üblich. Das lag nicht nur am Talk-Gast Giulia Wahn, sondern auch an Nikola Materne, gleichsam Rieses „Haussängerin“ und überdies Gesangslehrerin von Giulia Wahn. Da war ein Duett nicht nur Pflicht, sondern sinnliche Kür. Die Blondine brachte Stimme, Herz und Schnauze aufs Sofa. Besonders schlägt das Herz der Veganerin für herrenlose, kranke Hunde aus Ungarn. „Ebi, Manni und Brunhilde“ grüßten selig schlummernd von der Leinwand. Bekannt wurde Giulia Wahn 2012 als Teilnehmerin bei „The Voice of Germany“; die Härte und kühle Kalkulation der Casting-Show ließen sie desillusioniert zurück.

Ein grandioser Gast, wie ihn die Riese-Show noch nicht hatte, war Martin Mall. Ein Meister-Jongleur, der wohnhaft in Münster und auf den Bühnen der Welt zuhause ist. Musikalisch unterstützt von Markus Paßlicks „Original Pumpernickeln“, zeigte der Artist sein grandioses Können mit Bällen, Diabolo-Kegeln und seinem Cello. Und auf der Leinwand sah man den Hobby-Fallschirmspringer beim „Nationen-Weltrekord“ mit 213 anderen Springern in Formation. Ein unvergessliches Bild!

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