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Talkrunde zum 30-jährigen Bestehen

Kunsthalle startete in „Schrott-Immobilie“

Münster

Die Kunsthalle ist heute eine Topadresse am Kreativkai. Doch die seit 30 Jahre währende Geschichte dieser Institution kennt auch andere Zeiten. Das wurde bei der Jubiläumsveranstaltung deutlich.

Von Arndt Zinkant

Die aktuelle Leiterin Merle Radtke (r.) befragte (v.l.) Dr. Gail Kirkpatrick, Cornelia Wilkens und Bernadette Spinnen zur Kunsthalle. Foto: Arndt Zinkant

„Endlich wieder erwachsen – 30 Jahre Kunsthalle Münster“ lautete der anspielungsreiche Titel der Diskussion in den Räumen der Kunsthalle am Kreativkai. Merle Radtke, die aktuelle Leiterin, befragte Dr. Gail Kirkpatrick, die vormalige Leiterin, sowie Bernadette Spinnen (Leiterin Münster Marketing) und Kulturdezernentin Cornelia Wilkens. Doch diskutiert wurde nicht – das Publikum erlebte eine heitere, bisweilen schwärmerische Rückschau auf das, was 1991 seinen Anfang nahm; mit einer guten Portion Stolz darauf.

Wie das denn so gewesen sei bei der Geburtsstunde des „Babys“ am Haverkamp, wollte Merle Radtke von der Gründungshelferin Kirkpatrick wissen. Nun, sie sei damals aus Bonn gekommen und habe einfach die Frage gestellt, wo man hier professionelle Ausstellungen organisieren könnte. Eine „Hassliebe“ habe sie mit der unbeheizbaren Halle verbunden. Bernadette Spinnen pflichtete ihr bei: „Eine Schrott-Immobilie.“

"Es braucht viel Energie und Glück"

Sie selbst war seinerzeit ebenfalls bei jenen, die das Projekt „wie ein Start-up“ anschoben. In Münster sei man da meist auf sich allein gestellt: „Man muss eine Idee haben – und dann müssen erst alle dagegen sein. Danach braucht es noch viel Energie und Glück“, brachte Spinnen die hiesigen Gepflogenheiten humorig auf den Punkt. Die Örtlichkeit habe den Erfolg zunächst eher behindert: „Wer kommt denn zu einer Ausstellungseröffnung in eine Schrott-Immobilie?“ Aber nun – nach dem Umzug im Jahr 2004 – sei die Halle im Kreis der wichtigen Institutionen angekommen. Es sei übrigens anfangs schwierig gewesen am Hafen, mit diversen Verboten des Hafenmeisters, aber die Künstler selbst habe es genau an diesen Ort gedrängt.

Über die Jahre habe sie etliche Kulturdezernenten „verschlissen“, lächelte wiederum Gail Kirkpatrick, aber Cornelia Wilkens habe sich toll für eine bessere Infrastruktur eingesetzt, lobte sie die aktuelle Dezernentin neben ihr. „Die Halle sieht klasse aus!“

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