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Apostelkirche und Haus der Niederlande zeigen Kunstwerke von Käthe Kollwitz und Lotta Blokker

Liebevoller Blick auf den Menschen

Münster

Vor fünf Jahren zogen die Skulpturen Ernst Barlachs in der Apostelkirche und an weiteren Schauplätzen bei einer Ausstellung des Kirchenkreises Münster die Aufmerksamkeit auf sich. In diesem Sommer, 500 Jahre nach der Reformation, dürfen sich Kunst- und Kulturfreunde erneut auf die Spuren großer Kunst begeben.

Johannes Loy

Konzentriert und ernst: Das Selbstporträt der Künstlerin Käthe Kollwitz zieht im Chorraum der Apostelkirche die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich. Foto: Johannes Loy

Vor fünf Jahren zogen die Skulpturen Ernst Barlachs in der Apostelkirche und an weiteren Schauplätzen bei einer Ausstellung des Kirchenkreises Münster die Aufmerksamkeit auf sich. In diesem Sommer, 500 Jahre nach der Reformation, dürfen sich Kunst- und Kulturfreunde erneut auf die Spuren großer Kunst begeben. 18 Grafiken und fünf Skulpturen von Käthe Kollwitz geben dem Kirchenraum im Zentrum Münsters ein besonderes Gepräge. Eine weitere Note erhält die stille Kunst der Käthe Kollwitz, die am 8. Juli vor 150 Jahren geboren wurde, durch die Arbeiten der Niederländerin Lotta Blokker.

Nicht umsonst trägt die Schau, die Martin Fritsch, Gründungsdirektor des Kolwitz-Museums Berlin, und seine Frau, die Kuratorin Dr. Gudrun Fritsch, vorbereitet haben, den Titel „Verwandte Nähe“. Die niederländische Künstlerin Lotta Blokker, Jahrgang 1980, verfügt in ihren fast lebensgroßen figürlichen Darstellungen über eine ähnliche Formensprache und den einfühlsamen Blick auf den Menschen wie ihr Vorbild Käthe Kollwitz. Schon in ihrer Jugend und dann im Studium in Florenz kam sie Kollwitz näher, erzählt Lotta Blokker im Gespräch. Beiden wiederum hat auch Auguste Rodin für ihr skulpturales Schaffen als Inspirationsquelle gedient.

Im Altarraum trifft der Betrachter auf das ruhige, ernste Selbstbildnis der Käthe Kollwitz, an den Stufen steht eine der größten Plastiken der Künstlerin, die „Mutter mit zwei Kindern“, Mitte der 1930er Jahre entstanden. Die 18 Grafiken an den Wänden stammen aus den beiden bekannten Zyklen „Hunger“ und „Krieg“.

Davor finden sich die Figuren der Lotta Blocker, Mutter und Sohn in trauriger Abkehr oder auch ein an Rodin erinnernder Denker in hockender Pose. Weitere Skulpturen von Lotta Blokker im Haus der Niederlande komplettieren die Schau. „Lassen wir uns von Käthe Kollwitz und Lotta Blocker anregen, den menschlichen Blick auf den anderen zu wagen!“, so erklärt Gemeindepfarrer Heinrich Kandzi das Anliegen der Schau.

Zum Thema

Käthe Kollwitz & Lotta Blokker: „Verwandte Nähe“. 4. Juni bis 27. August. Eröffnung am Sonntag um 11.30 Uhr in der Apostelkirche.

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