1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Kultur
  6. >
  7. Malerei oder Fotografie – das ist hier die Frage

  8. >

Ausstellungshalle Hawerkamp: Kollektiv Brautmeier/Drahmann

Malerei oder Fotografie – das ist hier die Frage

Münster

Bild ist Bild. Könnte man meinen. Aber der Betrachter will schon gerne wissen, ob es Fotografie oder Malerei ist. Bei Maike Brautmeier und Julia Drahmann ist das eine vergnügliche Herausforderung.

Malerin Julia Drahmann und Fotografin Maike Brautmeier schaffen Bilder.  Foto: G. H. Kock

Eines ist sicher – immerhin: Es sind Bilder. Alles weitere irritiert Auge und Geist. Ist es Malerei? Ist es Fotografie? Und ist das überhaupt wichtig? Die Frage schon. Das „Kollektiv Brautmeier/Drahmann“ tanzt auf dem Seil der beiden Künste, heikel und fein und ununterscheidbar.

Der wissende Betrachter müht sich, Fotografiertes von Gemaltem zu unterscheiden – in der Regel vergebens. Maike Brautmeier und Julia Drahmann sind sehr geschickt in der Balance ihrer Künste, die sie auf der Leinwand zusammenführen.

Mit eleganter Raffinesse und kluger Inszenierung wird der Betrachter in die Schubladen-Fallen gelockt: Aus einem Foto wird ein Quadrat ausgestanzt und daneben findet sich passgenau das Puzzle-Stück, das gemalt ist, wie beide versichern. Man kann es kaum glauben.

Die Sängerin unter einer Glasvitrine berührt mit ihrer Hand das Glas, das selbst mit der Nase auf der Leinwand kaum als Pinselstrich enttarnt werden kann. Mal tief berührend, mal amüsant sind die Bilder. Den Protagonisten auf Brautmeiers großformatigem weißen „Abendmahl“-Foto hat Drahmann coronabedingt Raumschiff-Kugelhelme verpasst – und eine Rolle Klopapier.

Performance

Sind in der Ausstellung „nur“ Auge und Geist in Bewegung, werden zur Vernissage Fotografie und Malerei zudem in die Zeit gestellt. „Bewegte Skulpturen“ heißt die Performance. Malerisch bearbeitete Fotografien von Frauen wurden auf Tänzerinnen projiziert, die darauf reagieren. Diese bewegte „Fotografie“ vulgo Film wird erneut projiziert. Und dazu bewegen sich die Choreographin Katrin Banse und weitere Künstlerinnen aus dem Bereich Tanz live – eine multimediale Installation um die Bewegung des Anziehens und Ausziehens.

Die Ausstellung wird am Samstag (17. September) um 19 Uhr mit der Live-Performance eröffnet.

Startseite
ANZEIGE