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Comedy

Mirja Boes macht sich über werdende Eltern und Familien lustig

Münster

Die angenagten Dinkelstangen ihres Kleinkinds zu Ende essen? Mit anderen Eltern über Windelinhalte philosophieren? „Ich doch nicht!“ Das hat sich Comedian Mirja Boes, die in der ausverkauften Aasee-Aula über ihr Dasein als junge Mutter plauderte, fest vorgenommen.

Brigitte Heeke

Hat für alle Fragen der Zivilisation passende Antworten parat: Comedian Mirja Boes. Foto: bhe

Neben zeitlosen Gags à la „die hormonell bedingte Vergesslichkeit in der Schwangerschaft geht dann direkt in eine Still-Demenz über“ knöpft sich Boes in ihrem Bühnenprogramm auch Seltsames aus Eltern-Foren im Internet vor. „Was bringt erwachsene Frauen eigentlich dazu, sich Namen zu geben wie ‚nordmieze79‘ oder ‚smaragdwind68‘?“, fragt sie sich. Einträge wie „Unser Kleiner geht jetzt in einen KiGa, den die Hebi und die SchwieMu empfohlen haben“ lassen laut Boes nur einen Schluss zu: „Die haben doch einen SoSchu.“ Das Publikum amüsierte sich über die Anekdoten vom Schwangerschaftsschwimmen im Kombibad Köln ebenso wie über den „lebensmittelbejahenden“ Opa, der schon mal vom Babybrei nascht. Werdende Väter bekamen hilfreiche Tipps mit auf den Weg („Bei der gemeinsamen Kreißsaalbesichtigung lieber nicht als erstes nach dem Handy-Empfang erkundigen“). Den ganzen Abend über schäkerte Boes mit den Teilnehmerinnen eines Junggesellinnenabschieds in den vorderen Reihen. Für Anliegen aus dem Publikum ist sich Boes nicht zu schade. Sie gratuliert zu Hochzeits- und Geburtstagen, verkuppelt Singles und heitert enttäuschte Dortmunder auf – letzteres natürlich nur „im Rahmen meiner Möglichkeiten als Borussia-Mönchengladbach-Fan“. Mirja Boes’ rosarotes Alter ego Valerie Denzer durfte nicht fehlen: Die selbsternannte Schönheits-Expertin gab preiswerte, aber ästhetisch und gesundheitlich fragwürdige Tipps aus ihrem „Be-au-ty“-Salon. Zuschauer Markus akzeptierte als Vorher-Nachher-Kandidat noch klaglos eine zottelige Perücke. Das Stricknadel-Tattoo lehnte er aber dankend ab. Ansonsten widmet sich die Entertainerin den großen Fragen der Zivilisation: Wer fährt besser Auto, Mann oder Frau? Gibt es eine Versicherung gegen abgelaufene Lebensmittel? Warum machen betrunkene Frauen immerzu „hihihi“? Ist es unhöflich, die Stimme aus dem Navigationssystem zu unterbrechen? Mirja Boes fällt zu allem eine Antwort ein.

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